Eine Apotheke für alle Fälle

Helmut Neuhoff und Sabine Neuhoff
Helmut Neuhoff und Sabine Neuhoff
Foto: Dase
Was wir bereits wissen
Der demografische Wandel stellt auch Apotheker wie Helmut Neuhoff vor neue Herausforderungen: Beratungsbedarf steigt

Rheinberg..  Der Hausarzt im Urlaub, die Praxis der Vertretung zu weit entfernt: Die Urlaubszeit stellt Patienten wie Rosaly Fischer aus Rheinberg vor eine Herausforderung. „Ich habe Osteoporose und Arthrose. Wenn ich meine Tabletten nicht nehme, tut jede Beweg-ung weh“, sagt die 69-Jährige. Doch dann war das verschreibungspflichtige Medikament aufgebraucht. „Ich fahre kein Auto und wusste nicht, wie ich zum Vertretungsarzt nach Ossenberg kommen sollte.“

Vom Service begeistert

In ihrer Verzweiflung rief Rosaly Fischer in der Römer-Apotheke an und schilderte ihr Problem. Die Mitarbeiterin dort reagiert schnell und holte die Versichertenkarte der Rheinbergerin bei ihr zuhause ab, besorgte das Rezept beim Arzt und brachte ihr anschließend ihre Medikamente zusammen mit der Karte zurück. „Ich konnte das gar nicht glauben. Das ist absolut nicht selbstverständlich“, findet Rosaly Fischer.

Apotheke mit Herz oder Service, der dazu gehört? „Wenn wir jemandem helfen können, dann tun wir das“, sagt Helmut Neuhoff, Mitarbeiter der Rheinberger Apotheke. Und Rosaly Fischer sei kein Einzelfall: „Wir haben das schon mal gemacht“, erzählt Tochter und Inhaberin Sabine Neuhoff. Dennoch: Anfragen wie diese seien eher die Ausnahme, das „Komplettpaket“ nicht im regulären Angebot. „Das kann keine Dauereinrichtung sein, es muss schon eine besondere Situation zugrunde liegen.“ Aber: „Wenn es solche Anfragen gibt, reagieren wir darauf flexibel“, betont Helmut Neuhoff. Dabei müsse er als Apotheker auch immer seiner Beratungspflicht nachkommen: „Es ist wichtig, dass eine ordnungsgemäße Anwendung des Medikaments durch den Patienten sichergestellt ist.“

Für Patienten leicht gemacht

Durch die älter werdende Bevölkerung wachse auch der Bedarf an Beratung und Betreuung – das hat Neuhoff beobachtet. Um gerade für ältere Patienten die Einnahme ihrer Medikamente zu vereinfachen, schweißen Mitarbeiter der Römer-Apotheke auf Anfrage etwa Tabletten als Einzeldosis für morgens, mittags und abends in Folie ein.

Und auch die häusliche Palliativpflege gewinne zunehmend an Bedeutung. In Zusammenarbeit mit darauf spezialisierten Ärzten sei es Aufgabe von Apothekern, todkranke Patienten ambulant mit Medikamenten zu versorgen. Apotheker Helmut Neuhoff: „Das ist ein wichtiges Angebot“, das die Bundesregierung künftig verstärkt fördern wolle.