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Ein Tanz, der bewegt

23.09.2011 | 21:45 Uhr
Ein Tanz, der bewegt
Die Folkloregruppe ,,Baquon" aus Beit Sahour /Palästina tanzt in der Mensa des Stiftsgymnasiums Xanten. Foto: Gisela Weißkopf / WAZFotoPool

Xanten.Die Gruppe „Baquon“ zeigte im Stiftsgymnasium den Volkstanz Dabke. Er ist ein großer Bestandteil des arabischen Kulturgutes.

Den arabischen Tanz „Dabke“ nur als Möglichkeit zu definieren, sich rhythmisch zur Musik zu bewegen, würde der Sache nicht gerecht werden. Dabke ist nicht der deutsche Walzer oder Discofox. Hierzulande ist kein Tanz so verwurzelt in der kulturellen Identität der Menschen, wie es der arabische Reihentanz mit der der Palästinenser ist. Übersetzt bedeutet Dabke ganz grob: mit den Füßen auf den Boden stampfen. Hört sich plump an, sieht aber sehr filigran aus. Davon konnten sich am Freitag die Schüler im Stiftsgymnasium überzeugen.

Denn wenn am Samstag ab 11 Uhr im Rathaus der offizielle Festakt zur Besiegelung der Städtepartnerschaft Xanten - Beit Sahour beginnt, liegt hinter der palästinensischen Delegation schon ein Tag der interkulturellen Begegnung. Nach einer Führung durch die Schule zeigten zehn der 18 Gäste aus Beit Sahour, wie arabische Lebensfreude aussieht.

In ihrer Heimat als Folklore-Gruppe „Baquon“ bekannt, legten sie - gekleidet in traditionelle Gewänder - ein gutes Tempo auf die Bühne. Dabke ist ein Volkstanz im eigentlichen Sinne: Auf Hochzeiten, Geburtstagen oder anderen großen Festen stehen Männer und Frauen in einer Reihe, legen die Arme um die Schulter der anderen, und auf geht es. Den Grundschritt beherrscht in den arabischen Ländern des Nahen Ostens jedes Kind, für das Beherrschen der Feinheiten ist viel Übung nötig.

Der Name der Gruppe hat übrigens Symbolwert: Baquon heißt zu deutsch so viel wie „die, die bleiben werden.“ Das ist für palästinensische Jugendliche nicht selbstverständlich. Jeder 2. Einwohner dort ist jünger als 18 Jahre. Viele, die die Möglichkeit haben, sehen in ihrer Heimat aber keine Perspektive mehr und verlassen das Land - die wenigstens kommen zurück.

Willi Haentjes

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