Ein Stück mehr Sicherheit

N

atürlich stimmt es: Der geplante Rheinpolder im Bereich zwischen dem Fluss, dem Stadtteil Eversael, der Bundesstraße 57 und der Ossenberger Schleuse ist ein gewaltiges Stück Inanspruchnahme einer Rheinberger Fläche. Da kann man gut die Wogen der Erregung, die in der Ratssitzung hochgeschlagen sind, verstehen.

Selbstverständlich muss darauf geachtet werden, dass es in der Stadt, die politisch dem Kiesabbau den Riegel vorgeschoben hat, nicht durch Hintertür wieder zu einer Abgrabung kommt. Wer sich da auf die Hinterbeine stellt, macht das im Namen der Bürger.

Und klar ist auch, dass nicht einfach eine Fläche überplant werden kann, bei der den Bedürfnissen des Hochwasserschutzes mindestens auch an anderer Stelle und bis weit in die Niederlande hinein Rechnung getragen wird, ohne dass man an die Belange der Rheinberger denkt. Das neu entstehende Gebiet muss auch von den Menschen genutzt werden dürfen. Da kann man nicht einfach sagen: „Nein, einen Steg ins Gelände gibt es nicht!“

Was überaus positiv bei dieser Mammutaufgabe (880 Hektar Gelände werden umgestaltet und für zumindest eine zeitweilig andere Nutzung hergerichtet) zu konstatieren ist: Die Rheinberger Politik wurde einbezogen, bevor in die Planung eingestiegen wird. Noch ist nichts festgezurrt, noch kann man sich beteiligen. Und Deichgräf Viktor Paeßens machte auch unmissverständlich klar, dass es keine Enteignungen geben wird – entweder es gibt einvernehmliche Lösungen oder der Deichverlauf wird geändert.

Aber in Rheinberg darf man eins nicht vergessen: Der neu entstehende Deich ist eine zweite Schutzmauer der Stadt vor einem Hochwasser, auch wenn er für ein extremes ausgelegt ist, das hoffentlich niemals eintreten wird. Wenn es jedoch kommt, wenn der Rhein über den Banndeich tritt, dann wird man hier froh sein, dass der Polderdeich existiert.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE