Ein spannendes Jahr für Rheinberg

Das Blasorchester Lohmühle sorgte für den musikalischen Rahmen.
Das Blasorchester Lohmühle sorgte für den musikalischen Rahmen.
Foto: MARC ALBERS
Was wir bereits wissen
Der Haushalt, die Bürgermeisterwahl, die Flüchtlingspolitik und der ehrenamtliche Einsatz der Bürger waren Themen beim Neujahrsempfang in der Stadthalle

Rheinberg..  Ein wenig Sentimentalität ließ Bürgermeister Hans-Theo Mennicken schon spüren. Das kam bereits bei der Einladung zum Neujahrsempfang zum Tragen, als er die „Ehre und große Freude“ ansprach, „zum letzten Mal auch persönlich als Bürgermeister“ zu diesem Termin zu bitten. Aber Mennicken ist natürlich professionell genug, diesen letzten Neujahrsempfang in der Funktion nicht zu sehr ins Persönliche abdriften zu lassen.

Und er nutzte selbstverständlich den Anlass, auf die finanziell bekannt prekäre Lage der Stadt hinzuweisen. Dass man keine Schlüsselzuweisungen erhalte, sei eigentlich ein gutes Zeichen – wenn daraus nicht auch eine um 2,5 Millionen Euro erhöhte Kreisumlage resultiere und Rheinberg, obwohl in der Haushaltssicherung steckend, auch noch in den Solidaritätspakt des Stärkungsfonds einzahlen müsse.

Das Ziel müsse es sein, wieder „gemeinschaftlich Wege zu finden und möglichst die Standards breit verteilt anzupacken, so dass wir quer durch unsere Stadt die unterschiedlichsten Bereiche nicht einseitig, sondern für alle verteilt, wie das Haushaltssicherungskonzept es vorsieht, beraten werden“. Bereits im vergangenen Jahr habe man sehen können, dass zwar einige Investitionen zurückgestellt werden mussten, aber dennoch viele positive Dinge auf den Weg gebracht wurden – zum Beispiel die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans, die Neuausrichtung der Arbeit im Zuff, die unmittelbar bevorstehende Entscheidung über die Trägerschaft für die Großtagespflege in Ossenberg.

„Ein besonderes Problem“ sprach Mennicken auch an: den „Anstieg der Anzahl von Flüchtlingen und asylbegehrenden Ausländerinnen und Ausländern“. Er sei „stolz darauf, dass wir in Rheinberg gemeinsam mit freien Trägern, mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern versuchen, den Flüchtlingen eine gute Aufnahme zu gewährleisten“. Er wisse, dass „wir Rheinberger die Menschen offen aufnehmen und wir auch weiterhin zusammenstehen. Denn Fakt ist: Wenn wir in eine solche Situation kämen, wären wir auch froh, wenn andere uns helfen würden und es ist eine wichtige Aufgabe des christlichen Abendlandes, zu zeigen, dass wir christliches Abendland sind, sprich: also auch christliche Maßstäbe anwenden“. Die Situation in Frankreich erwähnte der Bürgermeister ebenfalls, dass man auch hier „sehr unter den scheußlichen Anschlägen“ leide. „Ich hoffe auf eine offene und faire Diskussion, dass wir wissen, dass die Menschen, die zu uns kommen, nichts damit zu tun haben – und ich hoffe sehr, dass es nicht knallt und wir in einer friedlichen Welt in Europa leben können.“

Trotz der Haushaltslage sei Rheinberg noch auf einem guten Weg im Bereich Kultur. Es gebe dank eines großen ehrenamtlichen Engagements immer wieder attraktive Angebote – mit der Musikalischen Gesellschaft, dem Schwarzen Adler, der Kulturbühne, die Mennicken „nur stellvertretend für viele Vereine“ erwähnte. Und er rief „wie in jedem Jahr“ dazu auf, den „Zusammenhalt in unserer städtischen Gemeinschaft zu stärken und weiter zu leben“. Ehrenamtlicher Einsatz in Vereinen, Gruppen und Organisationen trage dazu bei, dies zu schaffen, und Rheinberg sei bezogen auf das Ehrenamt, gut aufgestellt.

„Umso mehr sollten die Bürgerinnen und Bürger auch bei der anstehenden Wahl der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters zeigen, dass man Rheinberg schätzt und in Rheinberg mitwirken will. Zu einer hohen Beteiligung an der Persönlichkeitswahl möchte ich aufrufen. Beweisen Sie, dass Sie mit Ihrer Wahlteilnahme dokumentieren, dass Ihnen die Entwicklung der Stadt wichtig ist und am Herzen liegt!“