Ein Mammut auf der Herrenstraße
03.09.2010 | 18:03 Uhr 2010-09-03T18:03:00+0200
Sonsbeck.Es gab Zeiten, da war es in Sonsbeck nicht so grün wie heute. Erinnern wird sich daran wohl niemand mehr. Denn diese Zeit liegt Hunderttausende von Jahren zurück.
Ein Geselle, der damals zum Beispiel über das, was heute die Herren- oder die Hochstraße ist, wandelte, ist das Wollmammut. „Ja, dieser Vertreter einer besonderen Epoche war auch am Niederrhein“, weiß Maximilian Bittner, zweiter Vorsitzender des Vereins für Denkmalpflege Sonsbeck. Damals herrschte Eiszeit ins Sonsbeck. Und an diese will der Verein für Denkmalpflege am kommenden Tag des Geotops am 19. September noch einmal in besonderer Form erinnern.
Ein Relikt
der Eiszeit
Als die Kälte die Region beherrschte, schlängelte sich das von Skandinavien aus vorrückenden Inlandeis – von vor rund 250 000 Jahren – auch durch Sonsbeck und Umgebung. Die Eisberge waren maßgebend für das heutige Erscheinungsbild dieser Region. Noch heute ist der bogenförmige Entstand einer Gletscherzunge um Sonsbeck zu erkennen, der zu seinen „Hochzeiten“ eine Höhe von bis zu 3000 Metern erreichte. Vielen ist er wohl besser unter dem Namen „Sonsbecker Schweiz“ bekannt.
Die Sonsbecker Schweiz oder wie sie Bittner nennt „ein einmaliges Relikt der Eiszeit“, ist aufgrund der bewegenden Vergangenheit ein so genanntes Geotop. Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und das Leben vermitteln und gelten als besonders schützenswert.
Um die Entstehung der Stauchmoräne, die heutige die Sonsbecker Schweiz bildet, zu erklären und die Eiszeit und ihre Folgezeiten anschaulich zu machen, zeigt der Verein für Denkmalpflege Sonsbeck zum Tag des Geotops am 19. September in der Gommanschen Mühle die Ausstellung „Eiszeit in der Sonsbecker Schweiz“. Sie soll ein lebendiges Bild von den eiszeitlichen Tieren, Pflanzen und Menschen geben. Eine Führung durch die Ausstellung inklusive der Vorführung des Films „Ice Age“ beginnt an diesem Tag um 11 Uhr. Das Heimatmuseum Bislich unterstützt die Ausstellung mit Fundstücken. Ab 15 Uhr gibt es eine geführte Wanderung über den GeoWanderweg Sonsbecker Schweiz, der vor knapp 26 Jahren eröffnet worden ist. auf einer Länge von 1,5 Kilometern erläutern hier sechs Schautafeln sowie Bohrprofile und typische Gesteine die erdgeschichtliche Entwicklung.
„Leider wissen viel zu wenig Leute von diesem wirklich einmaligem Wanderweg, der am Römerturm beginnt und zum Aussichtsturm auf dem Dürsberg führt“, so Bittner. Belohnt wird der Gang mit einer Menge Informationen und dem Blick über die bogenförmige Gletscherzunge von damals, als noch die Mammuts gemütlich über die Herrenstraße liefen.
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