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Tierschutz

Ein Katzenjammer in Rheinberg und Umgebung

05.03.2016 | 06:00 Uhr
Ein Katzenjammer in Rheinberg und Umgebung
Populationen wild lebender Katzen sind ein Problem.Foto: Klaus Pollkläsener

Rheinberg/Alpen/Xanten.   Derzeit ist eine Registrierungspflicht wieder in der Diskussion

Es ist ein Katzenjammer, der den Tierschutz mal wieder umtreibt. Schon lange wird eine Registrierungs- und Kastrationspflicht von Katzen gefordert.

Problem ist nicht neu

Jonny Strey vom Rheinberger Ordnungsamt kennt die Probleme. „Das ist ja alles nicht neu und es wurde schon oft über Maßnahmen wie Kastration gesprochen“, so Strey. „Es gab auch schon bei uns, zum Beispiel am Friedhof Annaberg eine Anfütterungsstation.“ Da seien Tierschützer ehrenwert am Werk, die Situation würde aber dadurch eher verschlimmert. Unter anderem würden dadurch auch Plätze für Ratten geschaffen, die der Bürger verständlicherweise nicht haben möchte. „Aber wir unterstützen mit unseren Möglichkeiten natürlich alles, was die Population der wild lebenden Katzen einschränkt.“

Die Geschichte mit wild lebenden Katzen sei ja eigentlich auch ein Dauerbrenner. Was viele im privaten Bereich nicht wissen: Wenn eine fremde, wilde Katze angefüttert wird und diese immer wiederkommt, geht die Katze automatisch in den Besitz beziehungsweise in die Verantwortung der Person, die sie füttert, über. Auch Xanten kann das Problem mit wild lebenden Katzen nicht von der Hand weisen. „Natürlich beschäftigt uns das Problem auch“, sagt Lavinia Benninghoff vom Xantener Ordnungsamt. „Dass es ein Problem gerade mit wild lebenden Katzen gibt, ist nicht von der Hand zu weisen.“

Geändertes Jagdgesetz

Durch das geänderte Jagdgesetz, wonach Katzen nicht mehr geschossen werden dürfen, hat sich das Problem so verlagert, dass die Kommunen von den Jägern Katzen in Lebendfallen bekommen. Und Katzen wie auch Tiere gelten nach wie vor als Fundsache – die Kommunen sind verpflichtet, die Tiere aufzunehmen und zu versorgen. Das kostet zusätzliches Geld.

Die Problematik ist aber nicht neu. Ludger Funke von der Gemeindeverwaltung Alpen: „Das Thema kommt immer wieder auf – auch dass Kastrationen durchgeführt werden sollen. Alle Vertreter der Kommunen sind sich jedoch auch einig: die Kosten sind nicht alleine stemmbar. Besonders wenn man im Haushaltssicherungskonzept ist.“ Und das ist bei vielen Kommunen der Fall.

Beschwerden gäbe es immer mal wieder, so Funke, und auch in der Politik sei das Thema regelmäßig im Gespräch. „Der Tierschutzbund macht die Geschichte immer wieder mal zum Thema, auch was die Kastration betrifft“, sagt Ludger Funke. Vorbildlich und angebracht, aber: „Es ist auch eine Kostenfrage.“ Denn die Kosten würden nicht etwa vom Tierschutzbund getragen, sondern von den Kommunen.

Es fehlt leider oft die Einsicht

Der Tierschutzverein Moers, der sich im Umkreis um die Tiere kümmert, unterstützt den Vorschlag des Bundesverbandes. „Es fehlt bei Katzenbesitzern leider oft die Einsicht“, sagt Birgit Bartsch vom Moerser Tierschutzverein. „Wir versuchen auch auf die Katzenbesitzer einzuwirken und ihnen zu erklären, dass es nur zum Schutz der eigenen, wie auch anderer Katzen ist, wenn man sie kastriert.“ Denn es ginge nicht nur um die unkontrollierte Vermehrung, sondern auch um Krankheiten.

Der Tierschutzverein Moers wäre froh, wenn eine Registrierungs- und Kastrationspflicht eingeführt würde. Aber sowohl der Verein, als auch die Kommunen wissen nicht, wie das finanziert werden kann. Daher appelliert Birgit Bartsch an die Halter. „Gerade Hauskatzen, die Freigang gewöhnt sind, sollten kastriert werden, damit es mit den wild lebenden Katzen nicht zu immer mehr Nachkommen kommt“, so die Tierschützerin. „Wir versuchen auch immer wieder durch Aktionen, bei denen wir die so genannten Wilden einfangen und kastrieren, die Population zu verringern.“ Es sei aber auch eine Sisyphosarbeit, wenn gutgläubige Tierfreunde die Katzen weiterhin anfüttern. Auch im Umkreis gibt es Punkte, an denen sich vermeintliche Tierschützer treffen und die Katzen versorgen. Und so unwissentlich die Vermehrung fördern. Jede eingefangene und abgegebene Katze wird beim Tierschutz schon heute sofort kastriert und auch registriert. Nur so kann auf Dauer auch gewährleistet werden, dass auch schnellstmöglich die Eigentümer ermittelt werden können, wenn eine Katze im Tierheim landet.

„Katzen die durch den Tierschutz vermittelt werden, sind registriert, für uns dadurch auch verfolgbar und in der Regel auch kastriert“, beteuert Birgit Bartsch. „Und wenn Jungkatzen vermittelt werden, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht kastriert werden konnten, werden bei Nachkontrollen die neuen Besitzer besucht und mit ihnen wird das Gespräch gesucht.“

Mareike Kluck

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2016-03-05 06:00
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