Ein Abschied mit viel Wehmut in Alpen

Edith Catrein-Diering und Hans-Peter Becker (vorne) wurden von den Fraktionschefs Günter Helbig (CDU), Jörg Banemann (SPD), Peter Nienhaus (Grüne) und Thomas Hommen (FDP) sowie Bürgermeister Thomas Ahls verabschiedet.
Edith Catrein-Diering und Hans-Peter Becker (vorne) wurden von den Fraktionschefs Günter Helbig (CDU), Jörg Banemann (SPD), Peter Nienhaus (Grüne) und Thomas Hommen (FDP) sowie Bürgermeister Thomas Ahls verabschiedet.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Alpener Ratssitzung wurden Edith Catrein-Diering, Rektorin der Realschule, und Hans-Peter Becker, Rektor der Hauptschule, in den Ruhestand verabschiedet.

Alpen.. Langsam aber sicher wurde der Tisch zu klein für die vielen Geschenke. Im hinteren Bereich des Rathaussaales hatten Edith Catrein-Diering, Rektorin der Realschule, und Hans-Peter Becker, Leiter der benachbarten Hauptschule, Platz genommen. Wie beliebt die beiden in Pension gehenden Schulleiter gewesen sind, zeigten die vielen Blumensträuße und Präsente, die sie am Ende der Sitzung von den Fraktionsvorsitzenden überreicht bekamen. „Es ist eine Verabschiedung mit zwei Aspekten“, betonte auch Bürgermeister Thomas Ahls.

In die Freude über den Beginn eines neuen Lebensabschnitts mische sich Wehmut bei der Rückschau auf einen langen gemeinsamen Weg. 17 Jahre stand Edith Catrein-Diering an der Spitze der Realschule, bei ihrem Kollegen Hans-Peter Becker waren es sogar 19 Jahre. „Ich habe Hochachtung vor Menschen, die sich dem Zeitgeist anpassen müssen“, so Ahls weiter. Zu diesem Zeitgeist aber gehört auch, dass sich die Schullandschaft in Alpen gewandelt hat, die Sekundarschule an die Stelle der Haupt- und Realschule getreten ist. Auch bedingt durch die Zahl von nur noch 80 Geburten pro Jahr, die ein zweigleisiges Schulsystem schwierig mache. Zudem hätten die Herausforderungen wie in kaum einem anderen Beruf zugenommen: Inklusion, Anspruchsdenken der Eltern und engere Richtlinien seien dafür nur einige Beispiele.

Beide Pädagogen seien aber auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Alpen gewesen. Edith Catrein-Diering sei eine anerkannte Lehrerin mit „jeder Menge Herzblut“, die sich zudem noch im Verein „Hilfe für Copceac“ engagiere. Hans-Peter Becker habe, so Ahls, seine Schüler mit großem Engagement auch durch die Partnerschaft mit den Firmen Norgren und Gardemann perfekt auf das Berufsleben vorbereitet, habe viel Werbung für die Hauptschule betrieben, auch wenn sich die Eltern zusehends vom Schulmodell abgewandt hätten. „Die Hauptschule hat in NRW ein Marketingproblem“, glaubt Thomas Ahls. „Aber Sie und ihr Team haben das Beste daraus gemacht.“ Und noch immer sei die Identifikation der Ehemaligen mit ihrer Hauptschule groß.

Hans-Peter Becker und Edith Catrein-Diering verabschiedeten sich eher mit einem weinenden Auge. „Ich gehe mit einer unglaublichen Wehmut“, sagte Edith Catrein-Diering. Aber das Ende der Realschule in zwei Jahren wolle sie sich nicht antun. „Doch ich werde nicht in ein Loch fallen.“ Dafür würde allein schon ihre Arbeit in Copceac, bei den Rotarien, die Pflege eines 88-Jährigen und die Zeit mit ihren acht Enkelkindern sorgen. Und im November geht’s mit ihrem Mann nach Neuseeland. „Dann, wenn die anderen in die Schule müssen....“.

Hans-Peter Becker saß an gleicher Stelle fast auf den Tag genau vor 19 Jahren im Schulausschuss. „Da schließt sich für mich ein Kreis. Und damals war ich genauso aufgeregt wie jetzt.“ Aber den Vorschlag von Thomas Ahls, künftig den Bürgerbus zu steuern, müsse er noch einmal überdenken: „So ein großes Auto bin ich noch nicht gefahren....“