Durch die Hintertür

Rheinberg. Private Zugänge zu städtischen Flächen machen der Verwaltung momentan einige Sorgen: Was vielen Bürgern vielleicht einfach und zweckmäßig erscheint, ist der Stadt vor allem unter versicherungsrechtlichen Aspekten ein Dorn im Auge. Die Stadt weist nun darauf hin, dass sie ihre Grundstücke sukzessive auf diese privaten Zugänge überprüfen und die Nachbarn gegebenenfalls anschreiben wird – anlässlich auch eines aktuellen Bauvorhabens. Denn auch Grundstücksgrenzen zu städtischen Grundstücken stellen eine Grenze dar und sind entsprechend dem Nachbarrecht zu beachten. Nicht gemeint sind damit Zugänge oder Zufahrten zu öffentlichen Verkehrsflächen wie Straßen und Gehwegen.

Ohne Umweg (mit dem Hund) in den Park, eine problemlose Anlieferung von Bau- und Gartenmaterialien, die Abkürzung zum Freibad oder die unkomplizierte Entsorgung von Rasenschnitt – es gibt unterschiedliche Gründe, warum Bürger in den vergangenen Jahren beispielsweise mit dem Einbaus eines Tores ihre Grenzen zu städtischen Arealen in Eigenregie geöffnet haben.

Für die Stadt hat dies aber unerwünschte Folgen. Bestenfalls sieht der Verbindungsweg zur kommunalen Fläche schlicht unschön und ungepflegt aus, oder die öffentlichen Grünanlagen werden aufgrund von privaten Anpflanzungen und Pflasterungen „optisch stark in Mitleidenschaft gezogen“.

Problematisch wird es jedoch, wenn sich hinter dem Gartentor keine Grünfläche, sondern ein Schulhof oder gar ein Kinderspielplatz befindet. Letztere dürfen nur offizielle Eingänge haben. Hinter dem privaten Tor können für Kinder unbekannte Gefahren wie ein Gartenteich, giftige Pflanzen, Gartenwerkzeuge, der heiße Grill oder einfach nur eine steile Böschung lauern.

Auch aus Sicht des Haftpflichtversicherers sind diese privaten Zugänge unzulässig und stellen eine mögliche Gefährdung der Spielplatznutzer dar, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Die macht nachdrücklich darauf aufmerksam, dass jegliche Grenze – ungeachtet ob zu Nachbars Haus und Hof oder zu städtischer Fläche – zu beachten ist.

Die Stadtverwaltung wird ihre vielen Grundstücke in den nächsten Monaten mit Blick auf private Zugänge überprüfen und die Nachbarn anschreiben.