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Düsseldorf? Nie gehört!

06.01.2008 | 18:38 Uhr

BÜTTENSITZUNG. Denn die wahre Karnevalshochburg ist natürlich das kleine Ossenberg. Dort sind die Narren traditionell früh dran. Tolles Programm im Zelt. Viele Überraschungen auf der Bühne.

RHEINBERG-OSSENBERG. Sie ist stets die erste Büttensitzung am Niederrhein: Die der Ossenberger Karneval Abteilung Gemütlichkeit (KAG). Noch nie war sie so früh im gerade erst fünf Tage jungen neuen Jahr wie dieses Mal. Ungewohnt: Gerade waren Kostümierte durch Rheinbergs Straßen gezogen, die Sternsinger Kaspar, Balthasar und Melchior. Abends zogen wieder Kostümierte durch Ossenbergs Straßen, strebten dem großen Zelt an der Kirchstraße zu. Aus dem tönten närrische Klänge, leicht berockte Gardemädchen vor dem Eingang zeigten deutlich: In Ossenberg hatte mit Elan, wie schon am Vorabend beim Prinzenempfang, die närrische Session begonnen. Die fantasievoll Kostümierten waren die Karnevalisten des kleinen Dorfes, das mit seiner Büttensitzung Großes auf die Beine stellt.

Warum es im Rathaus kein Tempo gibt

Punkt 19.11 Uhr sprangen die Narren von ihren Plätzen auf: Die Majestäten zogen ein, der Fanfarenzug Ossenberg vorweg, hübsche Gardemädchen und dahinter Kinderprinz Ludwig I., der Sportliche. Auf der Bühne hatte Bärbel Terwiel inzwischen die Narren musikalisch auf Hochtouren gebracht: "Wir sind die KAG von Ossenberg", klang es aus unzähligen Kehlen.

Der Fanfarenzug machte noch einmal kehrt: Prinz Carsten I. der Pflegende zog mit seinem Adjutanten rote Rosen unter sein Volk werfend ein. "Groß-Düsseldorf wirkt wie ein Zwerg, die Hochburg liegt in Ossenberg"" ließen Prinz und Adjutant unter dem Jubel ihres närrischen Volkes das diesjährige Karnevalsmotto hoch leben.

Nach dem unvermeidlichen Ordensegen, ausgezeichnet wurden Viele, ging es Schlag auf Schlag durchs stramme Programm. "Alles Ossenberger Eigengewächse", zeigte sich der Elferrat stolz, als ein Feuerwerk der guten Laune von der Bühne abgeschossen wurde. Egal, ob Büttenredner, Sänger oder Tänzer, sie kommen aus dem Dorf.

Mit einer Ausnahme: Der "Rasende Stadtbote". Der kam aus dem Rathaus, nahm die Beamten auf die Schippe. Der Bürgermeister habe die Papiertaschentücher aus dem Stadthaus verbannt, verkündete der Bote. Weil "Tempo" darauf steht. Zu Unrecht würde auf die Beamten geschimpft. "Dabei tun wir überhaupt nichts!" Und der städtische Fahrer sei der Schnellste der Welt: "Der ist schon um drei Uhr zu Hause, obwohl er erst um Vier Feierabend hat." So ging es Schlag auf Schlag. Der da aus dem Rathaus berichtete, war Bürgermeister Hans-Theo Mennicken höchstpersönlich, in die Rolle des drömeligen Boten geschlüpft. Donnernder Applaus - sein verdienter Lohn.

Willi Tigler ist wieder da

Der eigene Bürgermeister auf der Bühne - es blieb nicht bei dieser einen Überraschung. Die zweite: Die beiden "Tröötnasen" waren wieder da. Fünf Jahre lang hatten sie durch Willi Tiglers Krankheit pausieren müssen, ein echter Verlust für den Ossenberger Karneval. Jetzt war er so fit, dass er mit seinem Kompagnon Paul Merzenich einen grandiosen Neustart wagte.

Frontalangriff auf die Lachmuskeln

Darauf hatte man im Dorf lange gewartet: "Mooder, Mooder ons Kräj is doot", die Persiflage auf ein bekanntes Kirchenlied, riss die begeisterten Narren im Zelt von den Stühlen. So ging es pausenlos: Frontalangriffe auf die Lachmuskeln. Ob Stina und Trina (Sandra Witte und Ursula Janssen), die Prinz Carsten und Elferrat vergackeierten, die "7 Freunde" mit Büttenrede und Gesängen, Friedhelm Börgmann in schwarzer Lederhose und Mini-Toupet als Countrysänger, der das Zelt zum Kochen brachte, Ex-Prinz Ludger Opgenorth in seiner traditionellen Rolle als "ne Liewe Jong" oder die "Räuberband", aus der der Kinderprinz abstammt, sie alle sorgten für Freude und Frohsinn. Erst um Mitternacht war das große Finale. Ehrlich gesagt: Schade!

PETER BUSSMANN (Text) GISELA WEISSKOPF (Fotos)

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