DRK Rheinberg ist besorgt – immer weniger Blutspenden

Blutspender und langjährige Mitglieder wurden bei der DRK-Jahreshauptversammlung geehrt.
Blutspender und langjährige Mitglieder wurden bei der DRK-Jahreshauptversammlung geehrt.
Foto: Peter Bußmann
Was wir bereits wissen
Bei der Jahreshauptversammlung des DRK gab es neben vielen Ehrungen auch einen sorgenvollen Blick in die Zukunft.

Rheinberg..  Die Wertung von Rosemarie Kaltenbach, Beigeordnete der Stadt Rheinberg, die in Vertretung von Bürgermeister Hans-Theo Mennicken, dessen Tochter Samstag heiratete, bei der Begrüßung der Aktiven des Stadtverbandes Rheinberg des Deutschen Roten Kreuzes klang fast schon wie ein Understatement. „Sie sind ein sehr aktiver Stadtverband.“ Wertete man bei den Berichten der einzelnen Untergliederungen deren Leistungen, werden selbst hochachtungsvolle Bemerkungen nicht voll gerecht. Denn was die rund 220 ehrenamtlichen Helfer im Sanitäts- und Rettungsdienst im letzen Jahr leisteten, drücken nüchterne Zahlen nur begrenzt aus. Stolze 82 000 Arbeitsstunden leisteten Vorstand, Bereitschaft, Wasserwacht, Jugendrotkreuz und Arbeitskreise im Jahr 2014. Eine Zahl, die Vorsitzender Günter Köster flugs auf menschliche Arbeitsjahre umrechnete. „Ein normaler Mensch muss 48 Jahre arbeiten.“

Die Klammer, die zusammenhält

Kaltenbach lobte in ihren Dankworten von Bürgermeister, Rat und Verwaltung besonders den ehrenamtlichen Einsatz. „Das Ehrenamt ist die Klammer, die die Gesellschaft zusammenhält.“ Ohne Sanitäts-, Rettungsdienst und Katastrophenschutz würden zusammenbrechen. Da zahlreiche freiwillige Blutspender, die später für Jubiläumsspenden geehrt wurden, bereits anwesend waren, stellte Köster zu Beginn der Jahreshauptversammlung den Rettungsdienst im Kreis Wesel vor, werktags über Tag mit immerhin 28 Fahrzeugen und noch sechs Notarzteinsatzfahrzeuge. Auch eine Besonderheit für den Kreis stellte er kurz vor. Zu den fünf Einsatzeinheiten des DRK mit je 33 Helfern und acht Fahrzeugen stellen die Rheinberger noch zusätzlich einen Einsatzzug Rettung, der im Einsatzfall ebenfalls mit 33 Kräften ausrücken kann, darunter alleine 16 Rettungsassistenten und zwölf Rettungssanitäter. Stolze 75 Einsatzkräfte wären verfügbar.

Auch für überörtliche Hilfe stehen Rheinberger bereit. So wurden sie im November bei der notwendigen Evakuierung des Gelderner Krankenhauses wegen einer Bombenentschärfung und wegen eines größeren Verletztenanfalls in Niep eingesetzt.

Fahrzeughalle am Melkweg gebaut

Im vorigen Jahr hatten die Rheinberger DRKler am Melkweg geklotzt. Eine weitere Fahrzeughalle wurde gebaut, Photovoltaik auf dem Dach erzeugt Strom („Und wir erzielen Einnahmen damit“, so Köster) und neue Boote für die Wasserwacht wurden angeschafft. „Wir hatten massive Ausgaben“, so der Vorsitzende. Auch ein neuer Lkw kam hinzu. Am Melkweg ist auch die DRK-Rettungswache untergebracht. Sie veranlasste und lenkte 2014 359 Notfalleinsätze mit Arzt, 1116 Rettungswageneinsätze und 8834 Krankentransporte. Leider gab es auch 43 Fehleinsätze. 2842 Hausnotrufe, so viele wie bei keinem anderen DRK-Kreisverband, die gerade mal auf einige Hundert kommen, hat die Rettungswache. Aufgeschaltet sind auch andere Kreisverbände.

Für die DRK-Wasserwacht mit 94 Mitgliedern berichtete Klaus Püttmann. Sie kamen auf 6827 Stunden Dienst und Einsatz. Herausragend ist die Jugendarbeit: 49 Wasserwachtler sind unter 16 Jahre, 14 zwischen 16 und 18 Jahre. „Jugendarbeit wird bei uns ganz groß geschrieben“, so Püttmann. Beachtlich sind auch Erfolge bei landesweiten Wettbewerben. Mehrere zweite und dritte Plätze errangen die Rheinberger. Püttmann lobte, dass jetzt wieder Kurse im Borther Kleinschwimmbecken möglich sind.

Im Jugendrotkreuz gibt es zwei Gruppen. Aktiv ist auch der Budberger Frauenarbeitskreis und die Seniorenarbeit. Beachtlich die Finanzen, die Arthur Schmidt vortrug. Auf 738 000 Euro belief sich 2014 die Bilanzsumme des Rheinberger DRK.

Auch der Haushalt wurde auf eine viertel Million Euro festgesetzt. Ernüchterndes war zu der Blutspendebereitschaft der Bevölkerung zu melden. Seit Jahren nimmt die ab. 2014 kamen acht Prozent weniger Spender, bei zehn Terminen nur 945 Blutspender. Vorsitzender Köster und der 2. Vorsitzende Oliver Rühl zeigten sich besorgt, betonten die Wichtigkeit von Blutkonserven für Krankenhäuser.

Die Jahreshauptversammlung endete mit zahlreichen Ehrungen. Geehrt wurde auch eine große Zahl von Blutspender, die runde Zahlen bis zu 150 Spenden aufwiesen.