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Die grüne Bankrotterklärung

02.07.2009 | 18:52 Uhr

Partei tritt bei der Kommunalwahl in Sonsbeck nicht an. Dem ehemaligen Macher-Duo fehlt es an Zeit, Nachwuchs: Fehlanzeige.

Sonsbeck. Es ist wie eine politische Bankrotterklärung: Die Grünen verzichten auf die Kommunalwahl. Der Wahlbogen am 30. August ist somit um ein Spalte kürzer. Wer Grün wählen will, kann es nicht.

Wie konnte das passieren? Fraktionssprecher Eckard Bollmann versucht zu erklären: „Wir sind Freiberufler und uns fehlt die Zeit für die Ratsarbeit.” Mit „wir” meint er sich und Jürg Michalski, das Duo sitzt seit fünf Jahren für die Bündnisgrünen im Gemeinderat. Zehn bis 15 Stunden müsse man wöchentlich investieren, um seriös Kommunalpolitik zu machen. Es gelte, Seiten über Seiten zu studieren, um vorbereitet in Sitzungen zu gehen. Das würden die beiden Volksvertreter jetzt nicht mehr schaffen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als über Dinge zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat.”

Wie geht es jetzt weiter mit grüner Politik im Dorf? „Der Ortsverband bleibt bestehen”, stellt Bollmann klar. „Wir wollen über Bürgeranträge weiterhin im Rat präsent sein.” Vielleicht sei man dann in fünf Jahren wieder mit eigenen Kandidaten am Start.

Ortsverband

mit acht Leuten

Warum tritt nicht jemand anders aus dem Verband an? „Er besteht aus acht Leuten, die allesamt nicht in Frage kommen für eine Kandidatur”, sagt Bollmann. Das seien etwa Schulleiter oder Konrektoren, die ähnlich wenig Zeit für Ratsarbeit hätten. Nachwuchs: Fehlanzeige.

Sich nicht um junge Menschen mit grüner Denke im Dorf gekümmert zu haben, mit diesem Vorwurf müssen sich Bollmann und Michalski jetzt auseinandersetzen. Ihnen und dem Ortsverband ist es nicht gelungen, die Zahl der Mitglieder zu steigern. Die stagniert seit Jahren. Woran liegt's? „Wir hatten immer mal wieder Interessenten, auch junge Leute waren dabei.” Nur seien die irgendwann aus Sonsbeck verschwunden, zum Studium oder in die Ausbildung. Am Ende sei es dann immer auf die selben Köpfe hinaus gelaufen. „Die anderen Parteien stellen auch immer die selben Leute auf.” CDU und Co. könnten allerdings auf eine breitere Basis zurückgreifen.

Was sie den fünf bis sieben Prozent potentiellen Wählern sagen wollen, wissen Bollmann und Co. nicht. Wo die Anhänger jetzt ihr Kreuzchen machen sollen, der Ex-Fraktionssprecher in spe hat keine Empfehlung parat. Er geht davon aus, dass Leo Giesbers Bürgermeister bleibt und die CDU ihre absolute Mehrheit verteidigt. Bollmann selbst will auf jeden Fall wählen gehen. Wen, weiß er nicht. . .

Daniel Cnotka

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