Die Gipfelstürmer
26.06.2008 | 21:07 Uhr 2008-06-26T21:07:45+0200FERIENSPIELE. In Alpen und Xanten starteten die Spiel- und Sportprogramme für Kinder. Langeweile gibt's da nicht.
ALPEN/XANTEN. Was für ein Start in die Ferien. Ans Ausruhen dachte keiner der knapp 140 Kinder, die an den ersten Schulferienaktionen und Stadtranderholungen in Alpen und Xanten mitmachten. Die meisten Kinder wollten am ersten schulfreien Tag sogar richtig Hoch hinaus.
Auf dem Schulhof und in der Turnhalle an der Alpener Grundschule war das sogar möglich. Dort veranstaltete die Evangelische Kirchengemeinde in Kooperation mit der Kommune einen Kletter- und Spielnachmittag. Über hundert Kinder kamen, die meisten wollten natürlich das Kletterangebot nutzen und den mutigen Sprung vom hohen Bock, der in der Turnhalle aufgebaut wurde, wagen.
Lena (12) und Julia (9) wollten es definitiv versuchen. "Ich hab' keine Angst", sagte Lena, die schon in Schutzhelm und Kletterausrüstung auf ihren großen Auftritt wartete. Lehramtsstudent und Erlebnispädagoge Patrick Heller sorgte für die richtige Absicherung, damit der Sprung in die Luft auch ausreichend gesichert ist. Es konnte endlich für Lena losgehen.
Nachhilfe im Einradfahren
"Die Hände hoch und mit richtig viel Schwung abfedern", gab Heller ihr noch einen Tipp. Lena sprang vom Bock, etwa drei Meter trennte sie vom Boden, mit ihren Händen versuchte sie das hängende Trapez zu fangen. Beim ersten Versuch klappte es nicht, dafür beim zweiten Anlauf. "Das macht richtig Spaß", sagte sie danach und lächelte. Julia probierte es auch. "Ich bin auch schon dem Baum hochgeklettert", erzählte sie.
Das organisierte Rosa Koll, ebenfalls Erlebnispädagogin und Sozialarbeiterin. Ronja (9) versuchte hier derweil ihr Kletterglück. "Das ist schon schwierig und man braucht viel Kraft, sonst kommt man das Seil nicht hoch", erklärte Ronja. Ein wenig Höhenangst habe sie schon, deswegen sei sie etwas vorsichtig. "Das ist doch toll", lobte Koll, "mach' ruhig weiter." Doch Ronja hörte nach ein paar Minuten lieber auf und spielte einfachere Spiele wie Dosenwerfen. Das stellte das Spielmobil des Kreises Wesel extra für den Alpener Ferien-Spielnachmittag zur Verfügung. Und die 15-jährige Rebecca gab noch Nachhilfe im Einradfahren. "Das schwierigste ist, auf den Sattel zu kommen, danach geht's", meinte sie.
Über wenige Kinder konnten sich die Alpener nicht beschweren. "Wir sind froh, dass so viele Kinder hier sind", sagte Thomas Haß, Mitarbeiter in der evangelischen Kirchengemeinde in Alpen.
Auch die Mädchen mischen mit
Fast 40 Kinder und Jugendliche von etwa sechs bis 14 Jahren übten in der Multi-Sporthalle an der Xantener Bahnhofstraße emsig die Techniken im Basketball. Ein mehrköpfiges Trainerteam des Basketballvereins "Xanten Romans" stand den spielbegeisterten Kindern einen ganzen Tag lang zur Verfügung. Das Körbewerfen war nicht für jeden jungen Spieler einfach. "Denn der Korb ist genau 3,05 Meter über den Boden angebracht", sagt Trainer Michael Buba. Auf die richtige Wurftechnik kommt's an. "Und wie hoch man springt", weiß die zwölfjährige Lys. Ein guter Sprung kann nur klappen, "wenn man die richtigen Sportschuhe trägt", rät Trainer Karl-Heinz Alshut.
Für Lys nichts Neues. "Ich spiele schon mehrere Jahre Basketball und ich bin auch Verein", sagt sie stolz. Ihre Freundinnen und ihre jüngere Schwester Merle (9) hatte sie einfach zum Trainingstag mitgebracht. "Ich finde es gut, dass hier so viele Mädchen sind", sagt Freundin Sarah (13). Etwa die Hälfte der 40 Teilnehmer sind junge Damen. "Basketball ist keine Randsportart mehr und immer mehr Kinder und Jugendliche kommen und wollen Basketball spielen", freute sich auch Britta Krüger, Betreuerin und selbst Spielerin bei den Xanten Romans. Das Üben verschiedener Techniken wie das Dribbeln und das richtige Zielen beim Korbwerfen stand auf dem Programm. "Ich möchte mal spielen wie Dirk Nowitzki", schwärmte Tobias (8), der zum ersten Mal die beliebte US-amerikanische Sportart probierte.
So sportlich kann es ruhig weiter gehen, meinten die Kinder unisono. Na dann: Schöne Ferien!
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