„Die Entsorgung in Rheinberg ist gesichert!“

Der Dienstleistungsbetrieb hat ein neues Müllentsorgungsfahrzeug angeschafft.
Der Dienstleistungsbetrieb hat ein neues Müllentsorgungsfahrzeug angeschafft.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Demnächst könnte es bei der Abfuhr ein wenig ruckeln, weil der bisherige Vertragspartner nicht weiterarbeitet. Der Müll wird wahrscheinlich teurer.

Rheinberg..  Hinter den Kulissen brodelt es: Während der für die Müllentsorgung in Rheinberg zuständige städtische Dienstleistungsbetrieb (DLB) davon ausgeht, dass der Vertrag mit der Firma Drekopf noch bis zum 30. April 2016 gilt, stellt sich Drekopf auf den Standpunkt, dass am 30. April dieses Jahres Schluss ist. Damit der Müll aber nicht ein Jahr lang liegenbleibt, hat der DLB eine Alternative entwickelt. Und Leiter Holger Beck erklärte im Gespräch mit der NRZ klipp und klar: „Die Entsorgung ist gesichert!“

Aber, und dafür bittet Beck schon jetzt vorsorglich um Verständnis, es könnte am Anfang ein wenig ruckeln. „Wir können nicht ganz genau dieselben Wege fahren wie unser Vertragspartner.“ Das liege unter anderem daran, dass dem DLB nicht die gleichen Müllfahrzeuge zur Verfügung stehen. „Wir haben zwar ein Fahrzeug neu angeschafft und wir werden auch ein weiteres leihen, aber das Müllaufkommen in Rheinberg reicht nicht aus, um genügend Wagen fahren zu lassen – und halbe Fahrzeuge kann man nicht beschaffen“, so Beck. Da sei eine größere Firma im Vorteil, die einen Wagen ein paar Tage in der Woche da, den Rest der Zeit dort einsetzen könne.

Bislang entsorgt Drekopf in Rheinberg Rest- und Biomüll, Sperrgut, Grünschnitt und Elektroschrott. Um Altpapier kümmert sich der DLB. Voraussichtlich bis zum 30. April 2016 übernimmt jetzt der DLB diese Aufgaben. Allerdings gab es nach Absprache mit der Politik eine Ausschreibung, verschiedene Bereiche auch auf andere Unternehmen zu übertragen. „In der kommenden Woche werden wir wahrscheinlich mitteilen können, wer was übernimmt“, sagte Beck gegenüber der NRZ.

Drekopf hätte den Vertrag fortgesetzt, aber nur zu erheblich teureren Bedingungen, erklärte Beck. Das aber hätte man wegen der Größenordnung – es ging um 207 000 Euro – nur in einem EU-weiten Vergabewettbewerb regeln können. Und dafür fehlte die Zeit.

„Wir saßen in der Zwickmühle und mussten die Zeit überbrücken“, schilderte Beck das Dilemma des DLB. Höchstwahrscheinlich wird die Entsorgung durch ein anderes Unternehmen teurer. Das wäre aber auch passiert, wenn der DLB selbst tätig geworden wäre.

Jetzt soll versucht werden, die Sache juristisch zu lösen, notfalls durch einen Schadensersatzprozess. Wann und vor allem auch wie der beendet sein wird, steht zwar noch in den Sternen – bekommt der DLB aber Geld zurück, wird das über reduzierte Gebühren auch an die Bürger zurückfließen.
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