Die Beschulung asylsuchender Kinder stellt Rheinberg vor Herausforderungen

Unterricht an der St.-Peter-Grundschule – von links Lehrerin Kathrin Seidensticker, Robin, Kira und Parca aus dem Iran. Der Asylantrag seiner Familie ist gestellt.
Unterricht an der St.-Peter-Grundschule – von links Lehrerin Kathrin Seidensticker, Robin, Kira und Parca aus dem Iran. Der Asylantrag seiner Familie ist gestellt.
Foto: arfi
Was wir bereits wissen
Die Grundschulen wünschen sich mehr Unterstützung für diese Aufgabe.

Rheinberg..  Die Beschulung von asylbegehrenden Kindern stellt für Lehrer und Mitschüler eine große Herausforderung dar. Dass in Rheinberg „alle Kinder untergebracht, dass wir eine Lösung haben und dass wir auf einem guten Weg sind“, wie Bürgermeister Hans-Theo Mennicken im Schulausschuss erklärte, spricht für die Situation vor Ort.

Allerdings sind die Voraussetzungen je nach Schule unterschiedlich. Die katholische Grundschule St. Peter und die Gemeinschaftsgrundschule Rheinberg sind gute Beispiele dafür: Beide haben etwas über 200 Schüler, aber während an St. Peter vier Kinder von asylsuchenden Eltern und drei Seiteneinsteiger unterrichtet werden, sind es an der Gemeinschaftsgrundschule Rheinberg 19 Kinder von Asylbewerbern und zehn Seiteneinsteiger.

Was beide Schulen eint, ist die pragmatische Herangehensweise: Sie stellen sich der Aufgabe – das machten die beiden Schulleiterinnen, Gabi Krekeler (St. Peter) und Dorothee Menges-Wilms, unmissverständlich klar.

„Wir haben alles gebündelt, das pädagogische Personal, die Strukturen, das Geld“, erzählte Krekeler. „In die Sprachförderung stecken wir alle unsere Energie hinein.“ In den Klassen 1, 2 und 4 werden die Kinder beschult – mit Erfolg: Eins von ihnen wird nach den Ferien zum Gymnasium wechseln und dort weiter gefördert, so Krekeler. Sie freute sich auch über „die enge Zusammenarbeit mit der Elternschaft“. Auch über diesen Kreis hinaus gebe es eine hohe Spendenbereitschaft.

Ein Problem sei es aber, dass „wir unsere finanziellen Ressourcen bis zum Letzten ausschöpfen“. Dennoch sei die Schule offen für alle Dazukommenden. Die Tatsache, dass St. Peter eine katholische Ausrichtung habe, spiele keine Rolle. „40 Prozent der Schüler haben eine andere Konfession oder keine. Wir sind ohnehin religionsfrei.“

Dass die Gemeinschaftsgrundschule mehr asylsuchende Kinder und Seiteneinsteiger zu betreuen hat, ist eine Frage der Organisation, so Menges-Wilms. „Mehr als fünf Kinder in einer Lerngruppe geht nicht. Wir haben zum Glück Ehrenamtler vermittelt bekommen, aber uns fehlen Lehrer. Und wir haben zwei Standorte – an einem gibt es Lehrer und den offenen Ganztag, an dem anderen gibt es nur vier Lehrkräfte und keine außerschulischen Hilfen.“

Menges-Wilms wünscht sich mehr Unterstützung, zum Beispiel durch mehr Lehrerstunden. „Die Kinder sind gut integriert, aber einige von ihnen haben noch nie eine Schule besucht, noch nie einen Stift in der Hand gehalten.“ Eine Seiteneinsteigerklasse würde sie gerne bilden. „Dann gibt es eine Lehrerstunde – und nicht immer wechselnde Bezugspersonen.“