Die Beatles zu Gast auf der Bönninghardt

Die Gardetänzerinnen feierten mit.
Die Gardetänzerinnen feierten mit.
Foto: Bussmann
Was wir bereits wissen
Zahlreiche Narren feierten am Wochenende ihren Karneval op de Hei

Alpen-Bönninghardt..  Da ging die Post ab, da boxte der Papst – auf der Bönninghardt, natürlich im Saal Thießen. Der platzte am Samstagabend aus allen Nähten. Für die Karnevalisten auf der Hei ist er schon fast 50 Jahre feste Heimat für deren Besenbinderkarneval. In dem früheren Straßendorf fehlt wohl kaum einer, der an dem Abend nicht seine letzten Kräfte im toll geschmückten Saal lässt. Für die Büttensitzung und den Seniorenkarneval am Sonntag war der großartig geschmückt. Vor Kopf ist alljährlich die große Bühne für den Elferrat. Dort konnte man in großen Lettern das diesjährige Motto lesen: „Yellow Submarine ist längst vorbei, nun spielen die Beatles auf der Hei.“

So langhaarige Perücken, wie die Beatles einst auf dem Kopf hatten, scheint es gar nicht mehr zu geben. Recht moderat war die Länge der Haare. Diesmal war der Elferrat sogar fast festlich gekleidet. So mancher Bönninghardter erinnert sich an die traumhaften Verkleidungen, in denen der Elferrat, ständig mit neuen Ideen, in den Saal einzog. Wie sie einst als Akteure des Starlight-Express allesamt auf Inlinern in den Saal rollten, und das ohne ernsten Unfall. Oder als die Figuren aus der Muppetshow: Als Kermit, der Frosch, Olly, das Tier, der Scooter, Fozzie Bär, Gonzo, der Dänische Koch oder Miss Piggy kostümiert. Doch diesmal ging es um die Beatles. Da war der Anzug angesagt. Aber nicht bei Hoppedine, Sabine Laschet kam im Flower Power Kleid. Denn sie ist eine Besonderheit auf der Hei. Herrscht anderswo der Hoppeditz oder ein Zeremonienmeister, tanzen hier die Büttenredner, Tanzgarden und der Elferrat nach ihrer Flöte.

Die Kostümvielfalt war gewaltig: Schmetterlinge, Indianer oder recht futuristisch für die Mondreise gewappnet. Die Volleys, Band aus Winnekendonk, sieben im Seniorenalter, fetzten am Ende gewaltig mit Beatles-Revivals los. Sie brachten die Stimmung auf den Siedepunkt, noch bevor die drei Bönninghardter Garden ihre Tänze hinlegten oder die Büttenredner starteten.

Drei Bönninghardter gingen dann in die Bütt. Herbert Oymann war der Hausfrauen-Pensionär. Jedes Jahr begeistert er, ging am Ende noch mal gemeinsam mit dem Elferrat auf die Bühne.

Anne Schmidt und Wolfgang Kalbfleisch waren die Zeitreisenden. Eine Maschine mit zwei Hebeln vor dem Bauch, eine große Felge eine Rades auf dem Rücken, konnte er vorwärts und auch zurück schauen. Stets in Zehnerschritten erlebte er eine alternde Hoppedine. Der Dritte im Bundes war Robert Achten aus Weihrauchcity, Kevelaer, der den Ehealltag durchstreifte, so manches, was er op Platt kredenzte, doch noch mal übersetzte. Nicht fehlen darf eine Veener Band, „Ma So Ma So“ war vor Ort. Mit echten köllschen Klängen fetzte Bürgermeister Thomas Ahls, auch Mitglied der Band, gewaltig los. Da gab es kein Halten mehr, Besenbinder ließen die Hei wackeln.

Die Heier können es: Es gibt wohl kaum ein kleines Dorf am Niederrhein, das so viele Gardetänzerinnen hat, an die 30 sind es. Und einer mischte noch mal richtig auf: Nico Stölzer, der Büttenstar aus Birten. Hatte zuvor Herbert Oymann einige Anekdoten über die fünf ausscheidenden Elferratsmitglieder gebracht, nahm auch Stölzer nicht nur die hohe Politik und Pegida aus Korn. Die bekamen ein großes Bild zum Abschied: Arne Müller (16 Jahre), Hannes Koppers (20 Jahre), Hase Mecky Schulze (8 Jahre) und Sabine Laschet (8 Jahre).

Zum Altweiber „verkehrt“ geht’s am Freitag, 13. Februar, im Pfarrheim los. Diesmal kostümieren sich nämlich die Männer als Möhnen. Ab 20.11 Uhr tobt dann der Bär im Heidehof.