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Die Anwohner bleiben besorgt

22.01.2015 | 00:12 Uhr
Die Anwohner bleiben besorgt

Xanten. Auch die neuesten Gutachten zum geplanten Neubaugebiet Hochbruch vermögen nicht die Anlieger zu beruhigen. Auf einer Bürgerversammlung formulierten Bewohner vom Weidenkamp am Dienstag erneut ihre Angst, dass durch die Wohnbebauung am unteren Ende der Sonsbecker Straße der Grundwasserpegel auf eigenen Grundstücken steigen werde.

„Am Weidenkamp müssen wir damit rechnen“, sagte Anlieger Hans Mewissen. „Wir haben Angst, dass unsere Häuser dann im Wasser stehen und sie beschädigt werden.“ Dabei hatte die Stadt viele Anstrengungen unternommen, durch Gutachten von Sachverständigenden den Anwohnern diese Befürchtung zu nehmen. „Wir haben einen enormen personellen und finanziellen Aufwand betrieben, um den Nachweis zu erbringen, dass es hier funktionieren wird“, sagte Bürgermeister Thomas Görtz. Eine Versickerung sei verworfen worden, stattdessen wolle man einen „Höllenkanal mit einem riesigen Fassungsvermögen bauen, um Ihren Bedenken Rechnung zu tragen. Das verändert unsere Kalkulation erheblich“. Durch die Versiegelung eines Großteils der Fläche mit Häusern, Zufahrten und Straßen werde schon einmal die Hälfte des Regenwassers direkt in die Kanalisation geleitet, argumentierte der Bürgermeister. Und die Topografie des Geländes werde so verändert, dass das Wasser nicht mehr auf den unversiegelten Flächen stehen werde. „Bis jetzt habe ich keine andere fachliche Meinung gehört.“

Aus Gutachtersicht hätten die Anlieger keine negativen Auswirkungen zu befürchten, betonte Rüdiger Kroll vom Krefelder Büro Dr. Wolfram Müller und Partner. Im Gegenteil, die Situation werde sich dort deutlich verbessern. Straßenplaner Thomas Wagener von der Ingenieurgesellschaft Kottowski verwies auf ein sehr groß dimensioniertes Netz von Kanälen, die das Wasser aus dem Baugebiet hinausleiten. Künftig müsse nur noch ein Bruchteil des Niederschlags versickern. Fazit der Stadt: Zu einer großflächigen Ansammlung von Wasser an der Oberfläche, wie es jetzt gerade in den regenreichen Monaten vermehrt auftrat, wird es nach dem ausgebauten Zustand nicht mehr kommen.

Bei etwaigen Schäden an den Häusern Weidenkamp, die wegen des Neubaugebiets entstünden, sei die Stadt schadensersatzpflichtig, betonte der Bürgermeister. „Wenn durch unser Handeln ein Schaden entsteht, werden wir ihn selbstverständlich ausgleichen. Doch es muss eine Kausalität vorliegen und ein Nachweis erbracht werden.“

Görtz kündigte für die direkten Anlieger des Weidenkamps die Möglichkeit an, Anfang Februar unentgeltlich den Status quo am eigenen Haus durch einen Sachverständigen dokumentieren zu lassen. „Das ist das, was Sie für Ihre eigene Sicherheit benötigen“, versuchte er zu beruhigen. Eigentlich wollte die Stadt bereits mit der Vorbereitung des Baugebietes beginnen. Doch wegen eines Formfehlers bei der Offenlage der Pläne hatte sie das Verfahren vorübergehend gestoppt. Nun jedoch ist das Vorhaben entsprechend den rechtlichen Vorgaben öffentlich angekündigt und die Unterlagen liegen seit Anfang der Woche aus.

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