Der Verein „Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinberg“ feierte Eröffnung

Senay Günes, Dilek Günes, Nermin Canadan, Dilek Birol Bayir, Niymet Muslu und Mürvet Aksoy (von links) backen für die Besucher der Eröffnungsfeier fleißig türkische Pizzen.
Senay Günes, Dilek Günes, Nermin Canadan, Dilek Birol Bayir, Niymet Muslu und Mürvet Aksoy (von links) backen für die Besucher der Eröffnungsfeier fleißig türkische Pizzen.
Foto: Christiane Dase
Was wir bereits wissen
In die neue Moschee an der Annastraße kamen viele Gäste. Die Räume sollen für alle Menschen offenstehen.

Rheinberg..  Barfuß oder auf Socken stehen sie auf dem weichen roten Teppich. Frauen, Männer, Kinder, Türken und Deutsche, Moslems und Christen bestaunen den Gebetsraum der neuen Moschee an der Annastraße. Der vor kurzem gegründete Verein „Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinberg“ hatte am Freitagnachmittag zu seiner großen Eröffnungsfeier geladen, mit Döner und Baklava, türkischer Pizza und Pommes, bei schwarzem Tee und netten Gesprächen.

„Es war ein jahrelanger Wunsch von vielen, hier in Rheinberg einen Ort zu haben, wo wir unter Gleichgesinnten sind“, sagt Seval Acikel. Die 39-jährige Türkin lebt schon lange in Rheinberg, arbeitet als Erzieherin und fühlt sich hier verwurzelt. Ein Kopftuch trägt sie nicht, stattdessen die lockigen Haare als Hochsteckfrisur. Die türkische Sprache habe sie erst mit 18 Jahren gelernt. Dennoch: Traditionen aus ihrer Heimat seien ihr wichtig, betont Seval Acikel, vor allem die Feiertage. Zum Zuckerfest am Ende der Fastenzeit Ramadan seien Moslems unterschiedlicher Nationen in die neue Rheinberger Moschee gekommen, um dort zu beten. „Das war eine wunderschöne Atmosphäre.“

Ja, es sei wichtig, dass Moslems in Rheinberg „einen Ort haben, an dem sie unter sich sind und sich in ihrer Sprache unterhalten können“, sagt die Rheinberger Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach in ihrer Rede zur Eröffnung. Gleichzeitig solle dies ein Ort sein, an dem man „Kontakt pflegt, zu Andersgläubigen“. Sie hofft, das neue Gemeindezentrum trage auch dazu bei, die deutsch-türkische Freundschaft zu pflegen und auszubauen.

„Es wurde ja Zeit“, findet Udo Otten, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg. „50 Jahre, nachdem die ersten türkischen Mitbürger hier ankamen, haben sie endlich einen Platz in Rheinberg gefunden. Ich freue mich auf ganz viele gute Begegnungen!“

Darauf freut sich auch Ahmet Tilki, Vorsitzender des Vereins „Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinberg“. Im Gemeindehaus sollen die Türen offenstehen – für jeden. „Wir wollen unsere Arbeit hier in Richtung Freundschaft und gegen Gewalt ausrichten.“ Das ist Tilki wichtig. Von den Gräueltaten der IS-Kämpfer wolle man sich hier in Rheinberg deutlich distanzieren, sagt Mustafa Gölcuk, eins von knapp 120 Mitgliedern im Verein. „Wir verurteilen diese Taten. Das hat nichts mit dem Islam zu tun...“

Sie spüre, dass „da eine große Verunsicherung ist“, sagt Seval Acikel und setzt sich zu Birgit Kühn, Leiterin des Awo-Kindergartens in Rheinberg, und ihrer Stellvertreterin Tanja Kunz an den Tisch. Die sind begeistert von der Gastfreundschaft. „Man fühlt sich sofort willkommen“, sagt Tanja Kunz. Birgit Kühn hofft, dass die auch in Zukunft von allen Rheinbergern, egal welcher Religion, angenommen wird. „Wenn die Kinder das Gemeindehaus annehmen, dann können sie vielleicht auch ihre Eltern dafür begeistern. herzukommen.“