Der Traum vom Fliegen

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Alpen-Menzelen-Ost..  Lautes Motorengeräusch und Summen erfüllte den Himmel auf der Anlage des Menzelener Modellclub e.v. (MMC). Bei strahlendem Sonnenschein waren zahlreiche Besucher gekommen, um die vielen Modellflieger zu sehen, die die Hobbypiloten aus ganz Deutschland mit auf die Anlage am Hanning gekommen waren.

Der Issumer Dominik Rudies schob eine schöne, gelbe Aurora-Maschine zum Abheben auf die Rasenstartfläche des Vereins. „Ist ein Aurora-Fantasiemodell, aus GFK-Kohlefasern und hat bestmögliche Flugeigenschaften“, erläuterte der 22-jährige.

Bereits mit zehn Jahren hatte er mit dem Modellfliegen begonnen. „Das ist dieser Kick, den man bekommt, dieses Zufriedenheitsgefühl und dieses Adrenalin, wenn es in die Luft geht“, zeigte er mit seinem Fluggerät wie viele andere später Loopings, Rollen und Sturzflüge.

Auch der Krefelder Wilfried Trimborn hatte eine besondere Maschine zu bieten: „Eine „Super Scorpion“ mit GPS, die hat 320 Kilometer Topspeed, echte Königsklasse“, ließ er die Maschine durch die Lüfte sausen. „Wir haben bestimmt einen der schönsten Modellflugplätze im der Gegend – kaum Bäume und eine große Freifläche“, zeigte sich der erste Vorsitzende der Menzelener Modellflieger, Michael Averdunk, über das gute Wetter erleichtert. „Im letzten Jahr hat es so geregnet“, freute er sich über die gute Resonanz, rund siebzig Piloten und gut hundert Modellmaschinen.

„Selbst so ein Ding steuern“

Mal gingen ein Segler, dann auch ein Fallschirmspringer oder ein verrückt agierender Hubschrauber in die Lüfte – die Palette reichte dabei von turbinenbetriebenen Jets bis zur elektrobetriebenen Airline. Ein festes Programm gebe es nie, hatte Averdunk eine Erklärung dafür, warum das Modellfliegen bei jung und alt populär ist. „Das ist wohl der Traum vom Fliegen – und selbst so ein Ding am Himmel zu steuern.“

Den Nachweis dafür lieferte der spektakuläre Tandemflug des erst 16-jährigen Lippstädter Marco Loebarth und des zwei Jahre älteren Sebastian Borg aus Emsbüren im Emsland mit zwei „Extra 33 SCI“-Maschinen. „Mit so einer extrem großen Rudergröße kann man super 3-D-Kunstflug machen – man muss das aber gut absprechen “, meinte Borg.

Es sei „der Spaß“, meinte sein jüngerer Mitstreiter. „Das lässt einen nicht los.“ Dafür gehen auch das Konfirmationsgeld und jeder Cent von Oma in die Maschine – schließlich kostet so ein Fluggerät ein paar tausend Euro. „Ich bin Techniker und Taxi – unterstütze sein Hobby“, begleitete Dirk Loebarth seinen Sohn an diesem Tag.

Mit Martin Münster aus Rosendahl-Holtwick bei Coesfeld war der wohl jüngste europäische Kunstflug-Showpiloten mit seiner russischen „Yak 54“-Maschine da. Er durfte schon in Stefan Raabs „TV Total“-Sendung fliegen.