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Der Sprenger-Blues

06.08.2008 | 19:38 Uhr

ZEIT FÜR... Radfahren, Saxophonspielen, Fotografieren. Ferdinand Sprenger ist ein Allrounder. Neuestes Hobby: Enkel Henrik.

RHEINBERG. In diesem Monat wird er sich auf die Probe stellen. Bis zur Aarquelle will er fahren - "so weit wie ich komme", sagt Ferdinand Sprenger. Denn im kommenden Jahr hat der Rheinberger viel vor, bis ins italienische Treviso wird er fahren. 1400 Kilometer - mit dem Rad. "Wer viel redet, muss irgendwann auch mal handeln", sagt er lachend. Seinem Freund, der in Treviso wohnt, versprach er, ihn mal mit dem Rad zu besuchen. "Die Planungen für die Tour laufen", meint Sprenger. Klar ist: Der Rheinberger wird allein auf weiter Flur sein. "Beim Radfahren bin ich eher ein Einzelgänger", sagt der 57-Jährige.

Wenn, dann richtig

Und für dieses Hobby hat er ab dem kommenden Jahr richtig viel Zeit. Dann wird die Sicherheitsfachkraft bei der Solvay in den Ruhestand gehen - und braucht nicht mehr mit dem Rad zur Arbeit fahren. Dann stehen andere Touren an. Zum Beispiel nach Nimwegen, an die Maas, nach Kevelaer. Dort ist Ferdinand Sprenger öfter zu Gast, schließlich wartet in der Pilgerstadt seit knapp einem Jahr sein anderes Hobby: Henrik. "Mein Enkel", sagt er stolz. "Das macht wirklich Spaß, es ist eine sehr schöne Erfahrung", sagt der "Opa". Irgendwie wundert's nicht, dass Sprenger sich jetzt bereits Gedanken über den perfekten Fahrradsitz für den Nachwuchs macht.

Im Übrigen ist er auch ein beliebtes Fotomotiv. Womit wir beim dritten Hobby wären, das das Allround-Talent - ernsthaft - betreibt. "Wenn ich etwas mache, dann richtig", sagt er.

Genau deshalb kann er auch auf einen Fundus von hunderten Bildern blicken, die im Wechsel die Wände seiner Wohnung schmücken. Wie die Blumenserie von Ibiza. "Ich fotografiere alles, was mir Spaß macht." Auch in Rheinberg. Mal Details, mal Gesamtaufnahmen, mal ganze Serien. Hier eine Türklinke, dort das "Punto" mit Mehrfachbelichtung. Und wenn die Bilder gerade mal keinen Platz an der heimischen Wand finden, dann eben im Internet. Ferdinand Sprenger ist, durch eine Rheinberger Bekannte, Mitglied in einer interaktiven Fotocommunity geworden. "Das ist aber eher ein Hobby für lange Winterabende", sagt er. Bis er mit einem Foto ganz zufrieden ist, kann es nämlich auch schon mal eine ganze Nacht dauern. Er stellt seine Bilder ins Internet, bespricht sie mit anderen Mitgliedern der Community. "Wir tauschen uns aus", sagt Sprenger, "man kann dabei wirklich viel lernen."

Alle meine Entchen

Apropos Lernen. Das Saxophonspielen, das brachte sich Sprenger dann auch noch mal eben bei. 1992 war es, als ihm seine Frau ein Saxophon geschenkt hat, um es aus Dekorationszwecken in der Wohnung aufzuhängen. "Hier kommt kein Saxophon an die Wand, auf dem ich nicht mindestens 'Alle meine Entchen' spielen kann", meinte er damals. Man kann es sich denken: Wenn Ferdinand Sprenger etwas macht, dann richtig. Den autodidaktischen Anfängen folgten Unterrichtsstunden bei einem ehemaligen Berufsmusiker. "Und dann hat sich relativ schnell eine Band gegründet und wir haben im Zuff unseren ersten Auftritt gehabt." Irgendwann trennten sich die Wege der "Helter Skelter Bluesband", es gründete sich die "Screwdrive Bluesband", um sich auch wieder aufzulösen. Jetzt ist Sprenger auf der Suche nach Gleichgesinnten. "Ich möchte einfach Blues machen." Ferdinand Sprenger redet nicht, er macht. Und wenn, dann richtig.

DENISE LUDWIG

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