Der Rheinberger Künstler Aloys Cremers löste sein Atelier auf

Aloys Cremers  bei seiner Atelierauflösung
Aloys Cremers bei seiner Atelierauflösung
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
Zahlreiche Bürger, die seine Werke zu schätzen wissen, besuchten ihn inmitten seiner Sammlung und kauften seine Bilder, unzählige Bilder.

Rheinberg..  Künstler sind ein Menschenschlag für sich. Es gibt exzentrische Künstler, die von sich selbst oder vom Objekt ihrer Darstellung besessen sind und es gibt introvertierte Genies, die sich aus der Gesellschaft zurückgezogen haben und seit Jahren auf der Suche nach sich selbst sind.

Zu welcher Art von Künstler Aloys Cremers zählt, lässt sich nicht festmachen, schon alleine weil sich Künstler generell nicht in eine Schublade stecken lassen. Eines steht auf jeden Fall fest: Aloys Cremers hat sich in Rheinberg einen Namen gemacht, unabhängig davon, was die Menschen über ihn denken. Wer den 65-Jährigen Kreativen erlebt, der kann sich gut vorstellen, dass er mit seiner Arbeit auf absolute Zustimmung und Begeisterung, aber auch auf Unverständnis trifft.

Am Samstag räumte der gebürtige Holländer sein Atelier in der Rheinberger Innenstadt. Zahlreiche Bürger, die seine Werke zu schätzen wissen, besuchten ihn inmitten seiner Sammlung und kauften seine Bilder, unzählige Bilder.

Wände voller Gemälde

Die Wände waren voll mit seinen Gemälden, sie lagen auf den Tischen, lehnten an den Wänden, mitten im Raum stand eine lebensgroße Kuh und überall tauchte immer wie-der das gleiche Motiv auf: Gestalten, mit unproportioniertem Körperbau, die sich die Hände reichten oder in der Gruppe davon liefen. Das Schachbrettmuster des Bodens und der große Tisch in der Mitte des Raumes waren mit Farbspritzern übersät und alles zeigte die Spuren von kreativer Arbeit.

Der Künstler selbst war an diesem Tag im ständigen Kundenkontakt. Von allen Seiten sprach man ihn an und er hatte stets eine Geschichte zum jeweiligen Kunstwerk parat. „Alle Bilder haben etwas mit dem Niederrhein zu tun“, so Cremers. Die Preise legte er scheinbar aus dem Bauch heraus fest.

„Aloys ist ein total offener Mensch und als Künstler eine einzigartige Persönlichkeit“, sagte Peter Rogmann, der als alter Freund des Künstlers an diesem Tag auch viele Bilder kaufte. 1993 lernten die beiden sich kennen, als Peter Rogmann Aloys Cremers in seiner damaligen Tätigkeit als Galerist in Kevelaer ausstellte. „Neben seinem eigenen Schaffen ist ihm sehr daran gelegen, Menschen zusammen zu bringen und Netzwerke aufzubauen.“

Rund zwei Jahre hatte Aloys Cremers sein Atelier in Rheinberg. Nun sei es Zeit, Platz für den Nachwuchs zu machen. Denn viele Menschen verdanken ihre Fertigkeiten dem erfahrenen Künstler Aloys Cremers. „Ich lehre die Menschen nie das, was sie wollen, sondern das, was sie können.“ In der Kunst gehe es in erster Linie um Authentizität, findet Aloys Cremers.

Zu seinen begabtesten Schülerinnen zählt die 15-Jährige Josee Stoppa. Deren Mutter Isolde Stoppa half dem 65-Jährigen bei der Arbeit im Atelier.

Blick zurück mit Stolz

Aloys Cremers blickt mit Stolz auf das zurück, was er in Rheinberg und am gesamten Niederrhein geschaffen hat. Dabei geht es ihm weniger um seine Bilder, vielmehr ist seiner Meinung nach das wahre Kunstwerk, die Menschen bewegt zu haben. „Ich habe Türen für die Kultur geöffnet.“ Mit zahlreichen Projekten hat sich Aloys Cremers einen Namen gemacht – und so es wird vermutlich auch nach der Auflösung seines Ateliers nicht das letzte Mal sein, dass man etwas von ihm gehört hat.