Der Rekord-Benzinpreis schockt Autofahrer
22.02.2012 | 18:52 Uhr 2012-02-22T18:52:00+0100
Rheinberg. 1,68 Euro für den Liter Super. Was die Rheinberger beim Tanken an der Zapfsäule sagen. Im Nahbereich fährt man lieber - und billiger - mit dem Rad.
Die besten zwei Benzinpreis-Witze? Kein Problem. Witz Nummer 1: Sagt der Tankwart zum Kunden, der gerade sein altes Auto voll getankt hat: „Der Wert ihres Fahrzeugs hat sich gerade verdoppelt.“
Witz Nummer 2: An der Zapfsäule der Tankstelle steht der Hinweis: „Aus kassentechnischen Gründen nehmen wir keine 500-Euro-Scheine.“ Darauf sagt der Kunde zum Kassierer, nachdem er voll getankt hat: „Kein Problem. Bei den Benzinpreisen muss ich sowieso mit einem 600-Euro-Schein bezahlen.“
Das Lachen über diese Witze ist Meik Sievers im Hals stecken geblieben. An einer Tankstelle in Rheinberg, die gestern noch vergleichsweise moderate 1,68 Euro für den Liter Super verlangte, tankte Sievers nur halb voll: „Das ist mir zur Zeit einfach zu teuer. Ich bin beruflich viel unterwegs und fahre mindestens 150 Kilometer am Tag. Da muss ich sowieso alle zwei bis drei Tage an die Zapfsäule.“
Die hohen Benzinpreise schocken derzeit viele Autofahrer, denn der Benzinpreis hatte am Dienstag weiter auf Rekordniveau gelegen. Superbenzin E10 kostete nach Angaben des Marktführers Aral im Bundesdurchschnitt 1,64 Euro pro Liter und lag damit weiter auf dem höchsten Stand aller Zeiten. Die noch häufiger verkaufte Super-Sorte E5 kostete weiterhin über 1,67 Euro. Diesel lag bei rund 1,54 Euro.
Die hohe Öl-Nachfrage der Schwellenländer und der iranische Öl-Export-Stopp treiben die Benzinpreise in die Höhe, meldet der Energie-Informationsdienst. Hinzu kommt das in Folge der Eurokrise ungünstige Euro-Dollar-Verhältnis. Experten rechnen vorerst nicht mit sinkenden Preisen.
In Rheinberg hat Anna Zimmermann ihr Tankverhalten dem Preisdruck angepasst. „Alle Besorgungen im Nahbereich erledige ich grundsätzlich mit dem Fahrrad. Bevor ich tanke, fahre ich mindestens drei Tankstellen ab und schaue, welche die günstigste ist.“ Auch Sandra Guth aus Rheinberg wurde von der Reserve-Anzeige ihres Autos gestern an die Zapfsäule genötigt. „Privat fahre ich so wenig Auto, wie es geht. Bei den Dieselpreisen versucht man halt sich einzuschränken.“
Mobilität wird immer unbezahlbarer. Wer beruflich als Pendler auf das Auto angewiesen ist, leidet besonders unter den sehr hohen Spritpreisen. Der Autoclub ADAC fordert nun als Ausgleich hierfür eine Erhöhung der Pendlerpauschale um mindestens zehn Cent.
Mit Autogas für den halben Preis
Während die Benzin- und Dieselkunden in diesen Tagen ihren Geldbeutel festhalten müssen, füllen die Besitzer von Autogasanlagen (LPG) ihre Tanks voll. Der Preis für einen Liter Autogas ist zwar auch um bis zu vier Cent gestiegen. Bei einem Durchschnitt von 73 Cent fahren Pkw mit Autogas aber trotzdem für den halben Preis.
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