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Weihnachtsmarkt

Der ökumenische Weihnachtsmarkt

04.12.2011 | 18:01 Uhr
Der ökumenische Weihnachtsmarkt
Viel los war beim Adventsmarkt samt Kunstausstellung in Orsoy. Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotoPool

Rheinberg-Orsoy. 32 Stände waren gestern in Orsoy aufgebaut - die beiden Kirchengemeinden hatten für die Organisation des Weihnachtsmarkts plus Kunstausstellung im Alten Rathaus gesorgt.

Früher gab’s in Orsoy stets am zweiten Advent den Weihnachtsmarkt. Seit zwei Jahren sieht das Getümmel mit Glühwein- und Reibekuchenduft rund um den Fährmannsbrunnen anders aus: Nach dem überstürzten Ausstieg der Orsoyer Geschäftsleute, die den Markt über die Werbegemeinschaft organisierten, stieg voriges Jahr kurzfristig die Evangelische Kirchengemeinde ein. Sie schaffte es, den Markt trotz widriger Umstände zur Freude der Orsoyer doch stattfinden zu lassen. Weil in diesem Jahr die Werbegemeinschaft erneut passen musste, gab es nun erneut einen Adventsmarkt. Einen ökumenischen sogar, denn auch die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus machte mit.

Es wurde wieder ein idyllischer vorweihnachtlicher Markt vor und in der Evangelischen Kirche, vorbereitet von dem Team um Helga Tempel. Draußen duftete es verdächtig: Karin Kriener und Annetraud Schöngen machten mit Helferinnen Reibekuchen. Die Schlange riss nicht ab. Wie am Stand der DLRG, wo man sich bemühte, alle Hungrigen satt zu kriegen. Und die Traditionsgaststätte „Mütterlein“ gleich nebenan bot deftigen Grünkohl an. Mal was Anderes gab es beim 1. Orsoyer Würfelclub: „Wodkapunsch“ statt Altbier oder Glühwein.

Kunst im Alten Rathaus

Den musikalischen Kontrapunkt setzte vor der Kirche der 76-jährige Franz Stoppa. Als einsamer Bläser ließ er weihnachtliche Klänge über die 32 Stände, etliche in der Kirche aufgebaut, erschallen. „Lasst uns froh und munter sein“ animierte er die Damen der „Leichten Feder“, die im Alten Rathaus Literarisches darboten, zum kräftigen Mitsingen. Franz Stoppa warb für seinen Sohn, der seinen preisgekrönten Imkerhonig, mit Gold- und Silbermedaille ausgezeichnet, als Heilmittel gegen Erkältung verkaufte. Dazu gab es Engel und Tannenbäume als Kerzen aus Bienenwachs, selbst gemacht.

Peter Peine, einst Dreher, sägt das ganze Jahr. „Für einige Weihnachtsmärkte“, sagt er. „Nach Orsoy komme ich besonders gerne.“ Ob hölzerner Baum- und Fensterschmuck oder Krippenzubehör, Peine hatte alles im Angebot. Wenn Weihnachten vorbei ist, fängt er schon mit dem Sägen für das nächste Jahr an. In der Kirche gab es bei Chorgesang oder Posaunenschall modischen Schmuck. Kirsten Pops, Dauergast in Orsoy, wächst künstlerisch über sich hinaus: Ihr Schmuck, ob Glas, Keramik, Eifeler Lava oder aus selbst gemachten Filz beeindruckte. Künstlerisch ging es es im Alten Rathaus zu: Das Orsoyer Kunstspektrum gehört längst zum Adventsmarkt, bot zum sechsten Mal von Gemälden bis Skulpturen Hobbykünstlern der Region eine Plattform. „174 Werke sind heute ausgestellt“, sagte Edith Beck-Kowollik, die mit Heide Mischke die zweimal jährlich stattfindenden Ausstellungen organisiert. Schon jetzt hatten sich 16 Künstler für das kommende Jahr eingetragen. Literarisch trumpfte der Verein LeseLust auf. Etliche Meter maßen die Tische und Regale mit Büchern, die Orsoyer gespendet hatten, manches Buch noch eingeschweißt, nagelneu. Mehr als 2000 Bücher warteten auf neue Nutzer - gegen eine Spende für LeseLust.

Nur auf der Kuhstraße blieb es ruhig. Orsoys Geschäftsleute, sonst auch mit Ständen präsent, glänzten durch Abwesenheit. Nicht mal eine Hand voll hatte geöffnet. Wer geöffnet hatte, wartete mit besonderen Angeboten auf. Wie der Salon Elisabeth. Jeden Haarschnitt gab es für zehn Euro, den Glühwein gratis dazu. Und Plätzchen satt.

Peter Bußmann



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