Der Mythos geht weiter
20.02.2012 | 18:47 Uhr 2012-02-20T18:47:00+0100
Alpen-Veen. Mit einer Mischung aus Theater, Partymusik und Tanz feierten die „Veenze Kräje“ auf ihrer Büttensitzung die Gründung ihres Elferrates vor 60 Jahren.
„Karnevalsmythos Veen – Ein Dorf schreibt Geschichte“, hieß es anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Elferrates „De Veenze Kräje“. Passen dazu trugen einige Jecken ein T-Shirt mit dem Aufdruck dieses Mottos. Und auch der Abend im Festzelt an der Wolfhagenstraße trug dazu bei, weiter an diesem lebendigen Feier-Mythos Veen zu stricken.
Mit Zylinder und Schwalbenschwanzjacke
Schon eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Beginn heizte Sebastian Gutknecht den bunt gekleideten Gästen mit Stimmungsmusik ein. Und der Elferrat unter der Führung ihres Präsidenten Heinz-Gerd Conrad hatte sich zum Einmarsch den damaligen Zeiten angepasst: Mit Zylinder, Schwalbenschwanzjacke und weißer Anzughose erwiesen sie den Begründern des Veener Jeckentums beim Einmarsch die Ehre. „Wer hätte gedacht, dass sich der Veener Karneval in 60 Jahren so entwickeln würde“, übergab Heinz-Gerd Conrad dann nach der Begrüßung die Moderation an den gut aufgelegten Sitzungspräsidenten Roman Merkewitsch.
Mit dem „Mini-Krähenballett“ durften die Kleinsten der Tanzformationen zu der Musik von „Pippi Langstrumpf“ den stimmungsvollen Abend eröffnen. Toll wie alle Tänzerinnen an diesem Abend - vom „Kräjenballett“, das zu dem Brings-Hit tanzte, über die „Veenzer Middles“ in modernem schwarz-gelben Batikkostüm mit Regenschirm-Choreographie bis hin erneut zum „Kräjenballet“ mit einem fetzigen Musical-Showtanz im schwarzen Body.
Auch die musikalischen Darbietungen waren wieder auf hohem Niveau. Mark Hussmann gab im weißen Anzug den Mottosong 2012 „Veener Karneval-Stimmungsfestival“ zum Besten. Anschließend wurde er für seine zwei Jahrzehnte des Songschreibens vom Veener Ortsvorsteher „Charly“ Schweden mit einem Gedicht geehrt, erhielt eine „Veenze Kräje“.
Willi Girmes, der „König von Mallorca - sein Bruder“, inszenierte Senioren-Techno und traf damit genau die Stimmung des Abends: „Ja, Niederrheiner, die sind voll gut. Haben die Party schon im Blut.“
Und für heiße Stimmung sorgte der „Exportschlager aus Essen“ Nico Stölzer mit RWE-Flagge, Bademantel und Bierkasten auf der Schulter. Der Birtener überzeugte mit scharfen Spitzen gegen fast ausgekieste Bönninghardter, Adolf Sauerland, das frühere Staatsoberhaupt Christian Wulff und die Nachfolgediskussion. „In Lostopf der Präsidenten schlummern auch nur lahme Enten“, imitierte er anschließend mit biergetränkter Perücke und Strumpfhose eine heiße Schlagertussi.
Mit viel Liebe zum Detail warteten die beiden Bühnengeschichten auf. Die KJG und die KC „Busgang“ inszenierten frei nach der Fernsehshow „Der Bachelor“ ein Frauencasting für Matthias Gesthuysen, moderiert von der „niederländischen Sexualtherapeutin Evi van Domper“ alias Mareike Gesthuysen. Am Ende blieb ihm dann die Wahl zwischen der Baguette-Französin und der brasilianischen Latinobraut – die landete dann in seinen Armen.
Freude und Trubel
Und den Bezug zu 60 Jahren Veener Karneval stellte die alte Landjugend und die alte KJG her - mit einem zauberhaft gestalteten Rückblick in einem überdimensionalen Fotoalbum auf der Bühne: Von der ersten Elferratssitzung von 1951 über das erste Krähenballet 1973 im Petticoatkleid bis zu den Umtrieben der Elferratsfrauen auf der Kamp-Kamp-Lintforter Polizeiwache.
Verabschiedet wurden sie mit der Melodie des Abends: „Unser Feld ist Veenze Fastelowend, unser Ziel die Freude und der Trubel.“
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