Der letzte Aufguss

Xanten..  Am morgigen Dienstag, 31. März, wird die Sauna FinnWell in Xanten zum letzten Mal geöffnet. Danach endet der Saunabetrieb und die Arbeiten für den Rückbau des gesamten Gebäude-komplexes „Nibelungenbad“ beginnen. Mit der Neukonzeption der Freizeitanlagen an der Südsee eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Der Stichtag ist schon länger bekannt, nun ist es soweit: morgen werden die Saunen der „FinnWell“ ein letztes Mal beheizt, um den Gästen entspannende Stunden zu bereiten. Noch einmal werden in der Kelo-Außensauna Aufgüsse zelebriert, wechseln sich Aroma- und Relax-Aufgüsse mit Themen-Aufgüssen ab. Der letzte Aufguss ist um 21 Uhr.. Nach 33 Jahren schließt dann der letzte noch in Betrieb befindliche Teil des Nibelungenbades und der Abriss wird vorbereitet.

Der Schließung des Saunabereiches ging vor sieben Jahren der Bereich des Familien-Spaßbades voran. Die Spaßbadelandschaft und das Wellenfreibecken wurden im Herbst 2008 geschlossen. Der Saunabetrieb wurde weitergeführt, nur ein Teil des Umkleidebereiches wurde in Lagerflächen umgewidmet. Im leeren Schwimmbecken richtete eine Künstlerin ihr Atelier ein.

Finanzielle Gründe gaben damals den Ausschlag für die Schließung. Der Fokus des Freizeitzentrums Xanten lag auf dem Strand- und Wassersport-Bereich – das inzwischen überalterte Badeangebot, in das zudem hohe Summen hätten investiert werden müssen, passte nicht mehr.

Im Jahr 2013 entschied der Verwaltungsrat des Freizeitzentrums, den Saunabetrieb ab dem Jahr 2014 nicht mehr weiter aufrecht zu erhalten. Daraufhin erfolgte noch eine „städtische Lösung“, in der die Gesellschafterin Stadt Xanten eine Übernahme der Betriebskosten der Sauna bis zum 31. März 2015 zusagte. Eine Schließung konnte damit so lange abgewendet werden, wie keine kostenintensiven Instandsetzungen an der Anlage nötig wurden.

Trotz der Schließung des Nibelungenbades damals, wie auch der Sauna jetzt, mussten im FZX-Personalteam keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Auch die Schließung der Sauna ist sozialverträglich: Alle fest angestellten Saunameister konnten bis zur Schließung in anderen Saunabetrieben neue Anstellungen finden.

Bevor die Abrissbagger vor das Gebäude rollen, sind noch umfassende vorbereitende Arbeiten notwendig. Verschiedene Gegenstände aus dem Inventar des Sauna-bereiches werden nicht mehr benötigt. Auf einem Flohmarkt am 9. und 10. Mai soll deshalb ein Teil des mobilen Inventars verkauft werden. Ab Montag, 20. April, wird online eine Liste des Großinventars veröffentlicht – Interessenten können ihre Kaufabsicht per E-Mail abgeben.

Mit der Schließung der Sauna ist der Weg frei für eine Neugestaltung der Freizeitanlagen. Neben dem Abbruch des Nibelungenbad-gebäudes, auf dessen Flächen teilweise Grundstücke für die Wohnbebauung ausgewiesen werden, wird zunächst das Eingangsgebäude des Strandbades abgerissen. An seiner Stelle wird ein Ersatzbau entstehen, der technische und administrative Einrichtungen zusammenfasst. Dazu gehört neben der Kasse und dem Eingang des Strandbades auch ein neues Info-Center. Der Baubeginn ist nach der Sommersaison geplant.