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Der Herr der Grashalme

01.07.2012 | 16:17 Uhr
Der Herr der Grashalme
Timo Förster mäht in Rheinberg den Rasen auf einem Bolzplatz. Foto: Markus Weißenfels

Rheinberg.   Er mäht und mäht und mäht und mäht. Timo Förster ist der Herr der Grashalme. Der 24-Jährige ist jede Woche mit dem großen Sportplatzmäher des DLB unterwegs und sorgt dafür, dass die Fußballer aller Rheinberger Sportvereine auf einem vernünftig gestutzten Rasen dem runden Leder hinterher jagen können.

Auch wenn gerade der Spielbetrieb in den Ligen ruht, für Förster gilt: „Wir haben keine Sommerpause. Einmal die Woche wird gemäht.“

Nur die Musterfehlen

Das hat zwei gute Gründe: Zum einen verliert eine Rasenfläche, die zu lange nicht gemäht wird, an Dichte. Zum anderen kann es Flecken auf der Oberfläche geben, wenn zu viel Schnittgut auf einmal auf dem Rasen liegt. „Beides ist nicht gut fürs Grün“, erklärt der Garten- und Landschaftsbauer. Seit er 2004 seine Lehre beim DLB begann, ist er dem Unternehmen treu geblieben – und kennt die Plätze mittlerweile in- und auswendig. Zum Beispiel beim Thema Regenverträglichkeit: „In Rheinberg ist es in Ordnung, da gibt es wohl viel Unterbau. In Budberg dagegen sickert das Wasser schlecht ab, da gibt es immer Pfützen.“

Aktuell bekommen alle Platzanlagen eine kleine Gesundheitskur verpasst. Mit einer Maschine wurden kleine Löcher in den Boden gestanzt, diese mit Sand abgefüllt. „So kann sich kein Moos oder Unkraut bilden. Das ist eine Art Lüftung für den Boden.“ Timo Förster ist selbst kein Fußballer, darf sich aber regelmäßig die Sorgen und Wehwehchen der Kicker anhören. Donnerstags und freitags ist er mit dem Mäher unterwegs, am Sonntag tragen die Senioren ihre Heimspiele aus: „Manchen ist der Rasen bis dahin schon wieder zu hoch.“

Zu seinem Job gehört auch die Kommunikation mit den Platzwarten der Vereine. Die meisten bessern gerade die über die Saison hinweg geschundenen Torräume aus, da darf natürlich kein Mähwerk wüten. Auch sollten die weißen Spielfeldmarkierungen nicht frisch gezogen oder gespritzt sein, wenn Förster anrollt: „Sonst sind die Linien ganz schnell wieder weg!“

Bei seiner Tour über die Sportplätze sitzt der 24-Jährige acht Stunden auf dem überdimensional großen Rasenmäher, auf dem Kopf immer einen Ohrenschutz: Der Motor brummt nämlich ganz schön laut, egal ob auf der Landstraße mit 25 km/h oder im Schritttempo. Förster ist zufrieden mit seinem Weggefährten, nur eines hat er noch nicht herausgefunden: „Wie man die Muster auf den Rasen bekommt, so wie man es aus den Bundesligastadien kennt, das weiß ich nicht.“

Willi Haentjes



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