Den Titel verpasst
29.09.2010 | 18:02 Uhr 2010-09-29T18:02:00+0200
Rheinberg.Noch ist er nicht ganz amtlich, der Kilometerstand auf der Homepage des bundesweiten Wettbewerbs Stadtradeln.
Dennoch lässt sich an ihm bereits jetzt eines ablesen: Den ersten Platz beim Stadtradeln 2009 wird Rheinberg 2010 nicht erfolgreich verteidigen. München ist bereits mit einem Tachostand von 168 335 Radkilometern an seinen Kontrahenten vorbeigezogen. Rheinberg rangiert auf der Bestenliste der fahrradaktivsten Stadt mit 114 905 Kilometern auf dem fünften Platz.
Noch wird
nachgemeldet
„Selbst mit den noch eingehenden Nachmeldungen werden wir München nicht mehr einholen“, so Jens Harnack, von der Stabstelle Nachhaltigkeit der Stadt Rheinberg. Auf 120 000 Kilometer würde Harnack noch gerne kommen. Eventuell kann dieses Etappenziel erreicht werden. Denn noch immer gehen im Koordinationsbüro der Stadt Nachmeldungen von gefahrenen Kilometern ein. Bis morgen, Freitag, 1. Oktober, um 9 Uhr kann – zumindest für den stadtinternen Wettbewerb – nachgemeldet werden. Die Meldefrist für den bundesweiten Wettbewerb ist am 5. Oktober.
Dass es mit der Titelverteidigung nicht geklappt hat, ist für Harnack nicht weiter tragisch. „Unsere Rheinberger haben schließlich ordentlich in die Pedale getreten. Vielleicht hat uns auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Vielleicht habe man aber einfach nur mehr motivieren müssen, auch die Fahrer vermehrt mit ins Boot holen müssen, die jede Woche zum Markt radeln oder zum Sportunterricht.
Doch am Ende zählen nicht die gefahrenen Kilometer, sondern auch der Sinn hinter dem Ganzen. „Denn wir wollen Leute aufs Rad bringen.“ Und das nicht nur in den drei Wochen des Wettbewerbs. Dieser sei nur ein schöner Aufhänger, um das Thema Fahrrad fahren auf die Agenda zu bringen. „Wir wollen zum Umdenken bewegen.“ Heißt: Nicht nur Leute dazu animieren, mal mit dem Fahrrad zu fahren, sondern auch der Politik und Verwaltung Denkanstöße geben. In Rheinberg gebe es genügend Ansatzpunkte um die Fahrradfreundlichkeit zu steigern. Angefangen bei Abstellmöglichkeiten über ein Park&Ride-System am Bahnhof bis hin zu einem Radweg von Rheinberg nach Millingen. Auch hierfür haben sich die rund 800 Aktiven des Stadtradelns abgestrampelt. „Ihnen gilt wie in jedem Jahr ein großer Dank“, so Harnack.
Ob es im nächsten Jahr noch einmal Gelegenheit gibt, Kilometer zu sammeln, ist noch fraglich. Der Bundeswettbewerb, ein EU-Projekt, läuft aus. „Sollte er im nächsten Jahr wieder stattfinden, sind wir natürlich wieder mit dabei.“
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