Das macht Appetit auf mehr

Orchester und Rockband - eine tolle Mischung.
Orchester und Rockband - eine tolle Mischung.
Foto: Florie
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Sommermusik Xanten präsentierten „Fun and friends“ am Samstagabend Rock-Oldies mit glänzender Orchesterbegleitung. Resonanz war mit 350 Besuchern allerdings mager

Xanten..  Viel spektakulärer hätte das zweite Konzert der Sommermusik Xanten am Ostwall nicht enden können: zu den Klängen des John Miles-Klassikers „Music“ erhob sich ein farbenprächtiges Feuerwerk über der Bühne und rundete das malerische Bild mit dem Dom im Hintergrund ab. Dem besonderen i-Tüpfelchen war ein zweieinhalbstündiges Konzert der Rockband „Fun“ des Sommermusik-Initiators Günter vom Dorp vorausgegangen, der mit einem Orchester Klassiker der Popgeschichte in besonderem Gewand präsentierte.

„In Rheydt ist das immer ausverkauft und schon Kult, hier muss sich das Event erst etablieren“, erklärte vom Dorp mit Blick auf die rund 350 Zuschauer im weitläufigen Areal. Aber er machte deutlich, dass man im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen will, zwei Runden dieser Art angeht, um die „Sommermusik“ zu einer festen Marke in Xanten zu machen. „Ob das Kult wird, müsst Ihr entscheiden“, rief er dem Publikum später zu.

Am Freitag hatte die Deutsche Philharmonie Bonn unter Leitung von Christian Lorenz mit „A night at the opera“ und Klassikmelodien für Standing Ovations bei rund 500 Besuchern gesorgt. „Ein gutes, angenehmes Publikum, das gespürt hat, dass wir mehr als nur einen netten Abend wollten“, so vom Dorp.

Ähnliches hatte sich seine siebenköpfige Band – mit Sängerin Nadine Stapper, den Gitarristen Roger und Sean Fairhurst, Keyboarder Jürgen Fandel, Uwe Koch (Bass), seinem Sohn Tobias am Schlagzeug und Gastmusiker Rob Sure (Mundharmonika, Gitarre, Gesang) - und das sie begleitende Orchester für den Samstag vorgenommen.

Das sei durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe, befand Dirigent Peter von Wienhardt. „Es ist kompliziert, den „Bolero“ von Ravel und „Paint in black“ von den Stones zusammenzubekommen.“ Genauso wie die Kombination aus „Air“ von Bach und dem daraus hervorgehenden „A whiter shade of pale“. „Heute ist Party time“, begrüßte Bürgermeister Thomas Görtz nach dem „fantastischen Abend gestern“ dann die Besucher. Handgemachte Musik traf auf orchestrale Bandbreite mit phasenweise betörendem Sound, bei dem viele Besucher in Erinnerungen schwelgen konnten - ob nun bei „House of the rising sun“, der „Old Shatterhand“-Melodie, dem Mitsing-Oldie „Delilah“ von Tom Jones oder dem beeindruckenden „Live and let die“. Wolfgang Rebischke aus Dinslaken freute sich über „Love, Peace and Happiness“, von einem „superschönen Flair“ sprach die Issumerin Monika Kieselstein.

Und auch die zahlreichen „Mauerspechte“ am Ostwall hatten ihren Spaß. Aber weniger umzäunt, vielleicht sogar umsonst und draußen müsste das Ganze sein, fand der eine oder andere. „Nächstes Jahr kommen wir wieder an die Mauer zurück“, versicherten die Sonsbecker Norbert und Walburga Giesen. Oder sie kaufen sich vielleicht doch ein Ticket, um das Event an sich zu unterstützen.