„Das ist Verrat an der Sache“
29.09.2011 | 22:15 Uhr 2011-09-29T22:15:00+0200
Alpen.Die Zustimmung des Bauausschusses der Gemeinde Alpen zur zusätzlich drei Hektar großen Kiesabgrabung am Flughafenweg bringt die Bewohner der Bönninghardt auf die Palme.
„Das ist genau das, was wir nicht wollten. Auf der Bönninghardt soll überhaupt nicht ausgekiest werden“, stellt Viktor Illenseer, Sprecher der Bönninghardter Kiesgegner, enttäuscht fest.
Die Kiesgegner hatten 2008 nach langem Kampf erreicht, dass die in der 51. Änderung des Gebietsentwicklungsplanes 1999 vorgesehenen Pläne gekippt wurden. Dem Vorhaben nach wäre ein 100 Hektar großes Loch - 1,2 Kilometer lang und bis zu 500 Meter breit - auf der Hei entstanden.
Gegen dieses Riesenloch erscheint die Zustimmung für die Drei-Hektar-Abgrabung auf den ersten Blick als kleiner Fisch. Die Firma H. Janßen GmbH will ihre bereits bestehende Trockenabgrabung südlich des Flughafenwegs um drei Hektar erweitern, wobei ein Hektar der Erweiterung auf Alpener Gebiet liegt.
Abgrabung
über 20 Jahre
Die Abgrabung von Kies und Sand auf dem Acker in westlicher Nachbarschaft zur bestehenden Abgrabung soll über einen Zeitraum von 20 Jahren erfolgen. Anschließend soll das Loch wieder verfüllt werden. Die Firma Janßen hat zugesagt, die Anwohner durch einen zwei Meter hohen Wall vor dem Lärm auf dem Betriebsgelände abzuschirmen.
Die Mehrheitsfraktion der CDU wollte sich nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben sperren unter der Bedingung, dass die Firma Janßen nur im genannten Rahmen und für den Eigenbedarf fördern solle. Der SPD-Fraktionsvorsitzender Viktor Illenseer, der im Kampf gegen die Kiesindustrie auf der Bönninghardt Sprecher der Gegner war, hat sich gestern noch einmal gegen die Erweiterung ausgesprochen: „Das ist Verrat an der Sache. Ich gehe davon aus, dass die drei Hektar nur der Anfang einer 20 Hektar großen Auskiesung sind.“ Er weist darauf hin, dass die Erweiterung nicht als Interessensgebiet im Regionalplan ausgewiesen sei.
Auch die Grünen und die FDP sehen den Beschluss mit Skepsis. Es solle darauf geachtet werden, dass die versprochene Rekultivierung auch verwirklicht werde.
21:52
Das stimmt so nicht. Im Regionalplan sind BASB (sollen das Interessensgebiete sein?) und Sondierunsgbereiche für künftige BSAB (siehe Erläuterungskarte Rohstoffe zum Regionalplan http://www.brd.nrw.de/planen_bauen/regionalplan/service/EK9arohstoffe.pdf) ausgewiesen. Ein Bereich am Flughafenweg ist seit der 51. Änderung des Gebietsentwicklungsplanes 1999 Sondierungsbereich. Genau so, wie große Flächen in Drüpt und an der Grenze zu Birten. Wieso ist Herrn Illenseer das nicht bekannt?