Das erste Mal

A
ch du dickes Ei. So ein Garten ist zur besten Vogelbrutzeit ja ein Schauplatz der Grausamkeiten. Das war der Großstadtfamilie, die ihren ersten Frühling mit eigenem Grün vor der Terrasse erlebt, nicht so ganz klar. Tagelang hatte sie verzückt beobachtet, wie sich die Amseleltern ihr Nest bauen und brüten. Wie idyllisch! Bis die Eier geklaut wurden. Bestimmt war’s die diebische Elster. Seit gestern nun sitzt ein einsames Eichelhäher-Junges auf dem Boden. Ein Ästling, der noch nicht fliegen kann und sich keinen Zentimeter von der Stelle bewegt. Von den Rabeneltern keine Spur. Nicht mal Piep sagt das Tierchen, das die Menschenfamilie jetzt auf Trab hält. Braucht der Vogel Schutz vor Katzen? Ist ihm zu kalt mit seinen dünnen Federchen? Bauen wir ihm ein neues Nest? Muss der gefüttert werden? Wenn ja, was frisst so ein Vögelchen. Regenwürmer? Maden? Die besorgten Ersatzeltern riefen den Berater der Wildvogelhilfe an, der einen klaren Rat hatte: Lassen Sie das Tier einfach in Ruhe. Das regelt die Natur.