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Das Beste sind die Schüler

30.01.2009 | 21:06 Uhr

STIFTSGYMNASIUM. Drei Pädagogen wurden gestern verabschiedet: Frank Feuerstein, Roman Stang, Dr. Günther Burri.

Frank Feuerstein, Roman Stang und Dr. Günther Burri (v.l.) unterrichteten 94 Jahre am Stiftsgymnasium. (Foto: GW)

XANTEN. Zusammen haben sie 94 Jahre am Städtischen Stiftsgymasium unterrichtet, jetzt wurden sie in den Ruhestand verabschiedet. Frank Feuerstein, als stellvertretender Schulleiter und Mathematiker zuständig für die Schul-organisation und damit für unzählige Stunden- und Vertretungspläne, der Chemiker und Oberstufenkoordinator Dr. Günther Burri und Fachleiter Roman Stang - er unterrichtete Deutsch und Geschichte.

Vom nahen Ende einer Epoche war im voll besetzten Mehrzweckraum die Rede und davon, welch große Lücke die drei scheidenden Pädagogen hinterlassen. Schulleiter Franz-Josef Klaßen dankte ihnen, berichtete davon, dass einige gefordert hätten, sie müssten die 100 voll machen, und andere sich verdutzt gefragt hätten, ob die drei wirklich schon so lange dabei seien. Für beide Positionen lieferte Klaßen unter Gelächter nachvollziehbare mathematische Berechnungen, sei es für die runde Zahl, sei es für die gefühlte Länge eine Zeitspanne, die in der Jugend (vor Abi-Klausuren) überschätzt werde, was mit dem Alter aber abnehme.

Das Lied von der Stammfunktion

Auch der Chor des Kollegium brachte seine musikalischen Abschiedgrüße mathematisch dar - in einem kleinen Werk über die Stammfunktion. Andere, Cordula van Rennings für die Elternschaft beispielsweise, dankten den Pädagogen, die weit mehr getan hätten, als Kindern den reinen Lernstoff zu vermitteln. Für den nun anstehenden neuen Lebensabschnitt wünschte sie ihnen alles Gute. Die Schülersprecher Linda, Anna und Simon rieten, dass sie den Ruhestand nicht zu ruhig angehen sollten. Bürgermeister Christian Strunk rechnete damit, dass bei den Dreien die Verbundenheit zur Schule erhalten bleibe, und zeigte sich überzeugt, dass das 60-köpfige Kollegium die Lücken schließen werde.

Roman Stang blickt auf 36 Jahre an der Schule, die zweimalige Erneuerung seines Stuhls im Lehrerzimmer und auf eine Kaffeemaschine zurück, die "auch in der zweiten großen Pause noch einen heißen Kaffee garantiert". In seiner launigen Rede informierte er die Anwesenden darüber, dass dem wohl wichtigsten Buch der Schule Gefahr drohe - Monitore sollen das Vertretungsbuch ersetzen - und das in Zeiten, in denen neue Medientechnik so rasch veraltet.

Fast 30 Jahre dabei, fasste sich Günther Burri kurz. Er habe in dieser Zeit genug geredet, befand er, dankte dann aber doch dem Kollegium für eine wider das Naturgesetz fast reibungslose Zusammenarbeit.

Keinen Moment habe er bedauert, aus Essen an den Niederrhein gekommen zu sein, versicherte Frank Feuerstein. Mehr als 30 Jahre wurden es am Stiftsgymnasium. "Das Beste an unserer Schule sind unsere Schüler." Sie zu unterrichten und dabei zu beobachten, wie sich jeder auf seine manchmal überraschende Weise die Mathematik erschlossen habe, das werde er vermissen. Doch der Abschied war unausweichlich. Feuerstein nahm es hin: "Wir sind dann mal weg."

VOLKER STROMMENGER


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