Coca-Cola-Mitarbeiter entsetzt über Entlassungen in Rheinberg

Coca-Cola will den Logistikstandort Rheinberg schließen.
Coca-Cola will den Logistikstandort Rheinberg schließen.
Foto: arfi
Was wir bereits wissen
Bei einer Betriebsversammlung der Coca-Cola-Belegschaft zeigte sich die Gewerkschaft NGG skeptisch, ob die Arbeitsplätze noch zu retten sind.

Rheinberg.. 43 der 67 Mitarbeiter des Coca-Cola-Standorts Rheinberg werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Das teilte das Unternehmen am Montag mit (wir berichteten). Am Mittwoch gab es deswegen eine Betriebsversammlung – mit sehr niedergeschlagenen Mitarbeitern.

Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der zuständigen Gewerkschaft Nahrung/Genuss/Gaststätten (NGG) Krefeld/Neuss, erklärt den Grund dafür. „Wir verhandeln schon seit Oktober über einen neuen Tarifvertrag, in den auch Regelungen eingearbeitet sind für eine mögliche Schließung. Aber bislang sind die Mitarbeiter in Rheinberg davon ausgegangen, dass sie an einem Nachbarstandort weiterarbeiten können.“ Genau das ist aber nicht der Fall: In dem Verkaufsgebiet Nordwest von Coca-Cola, zu dem auch der Rheinberger Standort gehört, fallen insgesamt 500 Stellen weg.

Freitag Coca-Cola-Betriebsversammlung in Soest

Damit er sich besser um seine Kollegen kümmern kann, ist der Rheinberger Betriebsratsvorsitzende Luis Pinto von der täglichen Arbeit freigestellt worden. Er wird auch am Freitag an der Betriebsversammlung in Soest teilnehmen, zu der alle Betriebsratsvorsitzenden eingeladen sind. Auch der Betriebsratsvorsitzende des deutschen Coca-Cola-Hauptquartiers, Johan Botella, kommt.

Dabei geht es unter anderem darum, die im kürzlich abgeschlossenen Tarifvertrag (Korte-Grimberg: „Der ist noch nicht einmal gedruckt!“) Regelungen umzusetzen. Ein Gremium, in dem unter anderem Vertreter der Arbeitgeberseite, der NGG und der Betriebsräte sitzen, soll jetzt beraten, was für Möglichkeiten es gibt.

"Wir werden die Schließung nicht stoppen können"

Doch Korte-Grimberg ist da eher skeptisch. „Wir können wenig machen, wir werden die Schließung nicht stoppen können: Das ist eine unternehmerische Entscheidung.“ Aber dennoch ist sie der Meinung, dass eine politische Einflussnahme im Vorfeld hilfreich gewesen wäre. „Seit Oktober ist bekannt, dass der größte deutsche Getränkehersteller sich von den Halbliter- und Anderthalbliter-Mehrwegflaschen verabschieden will. Und die Schließung des Standorts Rheinberg ist das Ergebnis des Nichthandelns der Politik beim Thema Stabilisierung der Mehrwegquote.“ Seit Jahren sei versäumt worden, die gesetzlich vorgeschriebene Quote durchzusetzen.