CDU-Neujahrsempfang: viel Lob vom IHK-Chef für Xanten

Beim CDU-Neujahrsempfang: (von links) Willi Janßen. Stefan Dietzfelbinger, Pankraz Gasseling und Thomas Görtz
Beim CDU-Neujahrsempfang: (von links) Willi Janßen. Stefan Dietzfelbinger, Pankraz Gasseling und Thomas Görtz
Foto: arfi
Was wir bereits wissen
Von Stefan Dietzfelbinger gab es viele aufmunternde Worte für die Römer-, Dom- und Siegfriedstadt.

Xanten..  Das hört man doch gerne, was IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger am Sonntagvormittag beim Neujahrsempfang der CDU im Ratssitzungssaal sagte. Erst nahm er die Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in die Pflicht. „Es wäre schön, wenn die von der Landesregierung versprochene Politik für mehr Wirtschaft, für mehr Wachstum und Beschäftigung nicht nur ein Lippenbekenntnis bliebe. Noch schöner wäre es, wenn wir statt der angedeuteten Abwehrstrategie ein klares Wirtschaftskonzept präsentiert bekämen.“

Aber auch die Kommunen wurden aufgefordert, etwas zu tun, allerdings stellte er die Römer-, Dom- und Siegfriedstadt als geradezu vorbildlich dar. „Xanten macht hier sehr viel richtig. Eine klare Stadtentwicklung, eine langfristige Tourismusförderung und stabile Steuersätze: Das ist das richtige Erfolgskonzept und ein tragfähiges Konzept für das neue Jahr!“ Kein Wunder, dass die über 100 Zuhörer am Schluss sehr viel Applaus spendeten – aber auch schon zwischendurch.

Zum Beispiel an der Stelle, als Dietzfelbinger von den weichen Standortfaktoren sprach. „Image, Stadt und Freizeit sind für die Unternehmen besonders wichtig. Gerade im ländlichen Raum ist es für sie nicht immer einfach, junge Fachkräfte zu gewinnen und diese auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte können die Firmen nur dann halten, wenn neben dem beruflichen Umfeld auch die weichen Standortfaktoren stimmen.“ Xanten gehe auch hier den richtigen Weg, nämlich einerseits attraktives Bauland für junge Familien auszuweisen und zugleich Wohn- und Versorgungsquartiere für Senioren zu entwickeln – „mein ausdrückliches Kompliment für diese Strategie“.

In Xanten könne man auch sehen, dass die industrielle Nutzung Chancen biete. Ohne Sand- und Kiesindustrie gäbe es weder Nord- noch Südsee, die Rohstoffgewinnung habe auch den Hafen Lüttingen und das Neubaugebiet Am Dombogen unterstützt. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Kies- und Sandgewinnung am Niederrhein auch weiterhin eine echte Perspektive hat. Und deshalb drängen wir darauf, dass der Landesentwicklungsplan auch in diesem Punkt nachgebessert wird“, versprach Dietzfelbinger.

Zugleich sorge die Stadt für gute Rahmenbedingungen der Unternehmen. „Es ist sehr gut, dass die Stadt Xanten für 2015 den Grundsteuer- und den Gewerbesteuersatz gleich lässt. In einem schwierigen kommunalen Umfeld ist das ein richtiges und wichtiges Signal“, an dem auch 2016 festgehalten werden sollte.

Kritik am RVR

Kritik übte der IHK-Chef am Regionalverband Ruhr und seinem schwierigen Zuschnitt, zumal sich niemand am Niederrhein als Bewohner des Ruhrgebiets sehe. Man brauche „keinen aufgeblähten RVR mit einer parlamentarischen Direktwahl! Das bringt nur mehr Bürokratie mit sich“. Das kritische Signal aus dem Kreistag Wesel sei sehr wichtig gewesen, das parlamentarische Beratungsverfahren erst einmal ausgesetzt. „Meine Bitte an Sie ist, vor allem auch im Landtag noch einmal die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit des RVR-Gesetzes zu überprüfen.“

Ganz nach dem Geschmack der Zuhörer äußerte Dietzfelbinger sich zum Thema Ausbildung. Ein geprüfter Industriemechaniker oder ein Kaufmann im Einzelhandel sei besser einzusetzen als ein Bachelor von der Hochschule ohne Praxiserfahrung. „Und: Viele Kfz-Mechatroniker verdienen schon heute deutlich mehr als Architekten oder Sozialpädagogen.“

Dabei ginge es nicht darum, die Lehrlingsausbildung gegen ein Studium auszuspielen. Die Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Kamp-Lintfort oder die Fachhochschule für Ökonomie und Management in Wesel prägten den Bildungsstandort Niederrhein.

„Wegweisende Entscheidung“

„Ich möchte Sie bitten und auffordern: Unterstützen Sie die Hochschule Rhein-Waal durch Ihr Engagement im Förderverein, der Professoren, Unternehmer und Privatpersonen zusammenführt, um alle Potenziale für die Region zu nutzen. Die Stadt Xanten unterstützt uns bereits seit 2013 und ist Mitglied im Förderverein. Danke für diese wegweisende Entscheidung!“