Bürgermeisterkandidatin Kaltenbach sich als „die Richtige für das Amt“

Rosemarie Kaltenbach ist die Bürgermeisterkandidatin der SPD.
Rosemarie Kaltenbach ist die Bürgermeisterkandidatin der SPD.
Foto: Marc Albers
Was wir bereits wissen
SPD-Bürgermeisterkandidatin Rosemarie Kaltenbach über den Marktplatz, Mehrheiten, Sachthemen, Vorstellungstermine – und ihre Wahlchancen

Rheinberg..  Wahrscheinlich wird es niemand öffentlich zugeben. Aber das Küren ihrer Bürgermeisterkandidatin Rosemarie Kaltenbach hatte die SPD schon geschickt terminiert.Gerade einmal 39 Stunden nach der Wahl gab es den Neujahrsempfang der Stadt – und Kaltenbach konnte nicht mehr nur als schon lange genannte mögliche, sondern auch mit dem offiziellen Stempel frisch gewählte Kandidatin auftreten, Kontakte knüpfen, sich vorstellen, erste Gespräche führen. Dazu am Abend noch die „Night of the Bands“, am Tag drauf das Neujahrskonzert: Einen solchen Start können die anderen Rheinberger, die sich am 13. September zur Wahl stellen, wenn es um die Nachfolge von Hans-Theo Mennicken geht, nicht mehr hinlegen. Oder wird es gar nur einen Gegenkandidaten geben?

Dass die CDU einen Konkurrenten ins Rennen schicken wird, dürfte außer Frage stehen. Im März soll der gewählt werden. Auch die Grünen wollen einen Kandidaten aufstellen.

Wer das letzten Endes sein wird, spielt für Kaltenbach keine Rolle. „Ich denke, das ich die Richtige für das Amt bin!“, sagt sie im Gespräch mit der NRZ selbstbewusst als Antwort auf die Frage, warum sie Bürgermeisterin werden wolle. „Es macht Spaß, etwas zu bewegen, zu gestalten. Ich bin Teil der Verwaltung, stehe an der Spitze eines Dezernats, bin verantwortlich für Personal, Organisation und IT, Ordnung, Bürgerbüro, Feuerwehr und auch Betriebsleiterin des Dienstleistungsbetriebs. Und jetzt will ich eine Stufe höher kommen“, sieht sie ihre Bewerbung als eine konsequente Weiterentwicklung ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit. Ebenso konsequent war es, dass die Kandidatur „es keine kurzfristige, spontane Entscheidung gewesen, sondern gewachsen ist: Ich habe mir zu Beginn meiner Arbeit in Rheinberg nicht vorstellen können, dass ich einmal als Bürgermeisterkandidatin antreten werde“. Wenn aus der Kandidatin die Amtsinhaberin geworden ist, will sie sich um das Zentrum Rheinbergs kümmern. „Ich möchte die Innenstadtgestaltung zu Ende bringen, das, was angefangen wurde, den Marktplatz, das Alte Rathaus, die Gelderstraße mit dem Rest in Einklang bringen. Der Marktplatz soll zum Treffpunkt, zum Mittelpunkt werden und mit mehr kulturellen Veranstaltungen auch als solcher herausgehoben werden.“

Das brauche nicht nur Mehrheiten im Rat, sondern auch Geld. „Ich bin überzeugt davon, dass das auch in dieser Zeit geht, wenn man die Kräfte und die Mittel bündelt, wenn man Sponsoren einwirbt und dann auch Fördergelder bekommt – bürgerschaftliches Engagement wird ja vom Land gefördert. Wir müssen zwar Einschränkungen hinnehmen, aber für bestimmte Projekte können wir auch Geld zur Verfügung stellen.“

An dieser Stelle möchte Kaltenbach ansetzen. „Dieser zentrale Platz soll allen Bürgern zur Verfügung stehen. Und ich will ihn nicht als Parkplatz nutzen. Für Autos ist er zu schade. Das ist eine mittelalterliche, relativ intakt erhaltene Stelle – und das, was für mich Rheinberg ausmacht.“

Durch reden zum Konsens

Die Zusammenarbeit mit dem Rat hat sie als gut erlebt. „Es gibt in Rheinberg keine Blockbildung mit der einen Partei auf dieser und den anderen Parteien auf jener Seite. Das finde ich gut, weil sich Mehrheiten an Sachthemen orientieren. Aber die ergeben sich nicht von selbst, sondern sie müssen erarbeitet werden.“ Dafür sei es wichtig, dass man vorher miteinander rede. „Dann kann man vieles erreichen, einen Konsens herbeiführen.“

Die Zeit bis zur Wahl im Herbst will Kaltenbach nutzen, um „mich vorzustellen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, sie davon zu überzeugen, dass ich die Richtige bin“. In der kommenden Woche beginnt eine Gesprächsreihe, die unter dem Titel Bürgerdialog steht. „Da werde ich meine Positionen zu bestimmten Terminen klar machen.“ Auch auf ihrer Internetseite und auf Facebook sollen sich Interessierte ein Bild von ihr machen können. Ebenfalls auf ihrer Wahlkampfliste stehen Besuche in den Stadtteilen ebenso wie Auftritte bei Veranstaltungen. „Der persönliche Kontakt ist mir sehr wichtig.“

Sie ist überzeugt davon, dass sie im September nach der Wahl Bürgermeisterin ist. „Ich gehe davon aus, dass ich gewinne – sonst hätte ich mich nicht zur Wahl gestellt!“