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Bombendrohung im Gericht entpuppte sich als Fehlalarm

12.03.2010 | 16:46 Uhr
Bombendrohung im Gericht entpuppte sich als Fehlalarm

Rheinberg. Das Rheinberger Amtsgericht wurde wegen einer Bombendrohung am Freitagmorgen evakuiert. Die Polizei riegelte das Gebäude ab. 68 Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen. Eine laufende Strafsitzung wurde unterbrochen. Sprengstoff-Spürhunde konnten letztendlich jedoch keine Bombe finden.

Es war gegen 9.50 Uhr am Freitagmorgen, als im Amtsgericht Rheinberg das Telefon klingelte – in der Wachtmeisterrei ging ein Anruf ein, der den Alltag an der Rheinstraße gehörig über den Haufen warf: Nachdem sich der unbekannte Anrufer vergewissert hatte, dass er auch tatsächlich mit dem Amtsgericht verbunden ist, kündigte er die Detonation einer Bombe in dem Gebäude innerhalb der nächsten Stunde an.

Das Amtsgericht an der Rheinstraße 67. (Foto: Ulla Michels)

Es blieb glücklicherweise nur bei der Drohung – die allerdings weitreichende Folgen hatte. Die Polizei handelt jedenfalls rasch und wie es in solchen Fällen geboten ist. „Wir haben das Gebäude sofort geräumt und 68 Personen evakuiert“, erklärt Jürgen Müller, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde.

Keine Störung des Verkehrs

Eine laufende Strafsitzung muss unterbrochen werden. Die Polizei riegelt das Gebäude ab: Eine Zufahrt zum Amtsgericht blockiert ein dunkelgrüner Astra-Kombi, auf der anderen versperrt eine Reihe Pylone den Weg. Auch der Parkplatz hinter dem Gerichtsgebäude wird gesperrt. Wer sein Fahrzeug dort abgestellt hatte, musste sich für die nächsten Stunden in Geduld üben.

Neugierige Fußgänger werden von den Beamten angewiesen, nicht in die Nähe des Amtsgerichts zu kommen. Glücklicherweise liegt das Gebäude nicht direkt an der Straße: Der Verkehr wird von den Maßnahmen nicht beeinträchtigt, auch der öffentliche Personennahverkehr wird nicht beeinträchtigt.

Gut anderthalb Stunden nach dem Drohanruf ist die Stimmung vor Ort auch schon ein wenig gelöster. „Der angebliche Detonationszeitpunkt ist bereits überschritten“, sagt Polizeihauptkommissar Wilhelm Giesen. Es deutet also alles auf einen falschen Alarm hin, doch die Polizei geht auf Nummer sicher. Noch im Laufe des Vormittags nehmen zwei Sprengstoff-Spürhunde in dem Gebäude an der Rheinstraße ihre Arbeit auf – sie werden keine Bombe in dem Gebäude finden. Kurz nach 14 Uhr gibt die Polizei das Gebäude frei.

Vorfall nicht auf die leichte Schulter genommen

Das Amtsgericht wurde wegen einer Bombendrohung geräumt. (Foto: Ulla Michels)

Da hat die Fahndung nach dem anonymen Anrufer längst begonnen.„Bei uns werden Prozesse geführt und es werden eben auch Strafen ausgesprochen“, sagt der stellvertretende Direktor des Amtsgerichts, Richter Harald Kloos – nicht jeder verlässt das Gebäude an der Rheinstraße bester Laune. „Aber solch ein Drohanruf ist in den letzten 15 Jahren bei uns nicht eingegangen“, so Kloos.

Seitens der Polizei nimmt man den Vorfall nicht auf die leichte Schulter. „Das ist alles andere als ein Scherz, sondern ein strafbares Verhalten. Der Täter spielt hier mit den Ängsten vieler Menschen“, erklärt Jürgen Müller.

Immer wieder hat die Polizei mit solchen Drohungen zu tun. „Es trifft immer mal Schulen oder andere öffentliche Gebäude“, sagt Müller. Dass es sich zumeist um leere Drohungen handelt wie auch am Freitag, wird die Betroffenen im ersten Moment nicht sonderlich trösten.

  • Bereits im Juni vergangenen Jahres drohte ein Angeklagter, der sich kürzlich vor dem Amtsgericht in Rheinberg verantworten musste, eine Bombe im Rathaus in Xanten hochgehen zu lassen. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Hier geht es zum Artikel "Urteil gegen 58-Jährigen wegen Bedrohung" .

Joachim Bäumer

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