Böllerwerfer terrorisieren Rheinberg mit nächtlicher Knallerei

Möglicherweise sorgen solche gefährlichen und extrem lauten "Polenböller" derzeit nachts in Rheinberg für Unruhe.
Möglicherweise sorgen solche gefährlichen und extrem lauten "Polenböller" derzeit nachts in Rheinberg für Unruhe.
Foto: Bodo Marks/dpa
Was wir bereits wissen
In Rheinberg erschrecken nächtliche Knallereien die Bürger. Polenböller zerstörten Briefkästen, in die Tür eines Laden wurde fast ein Loch gesprengt.

Rheinberg.. Das hat man nicht so gern: mitten in der Nacht durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen zu werden. Leider kommt so etwas in letzter Zeit in Rheinberg häufig vor.

Ein besonders krasser Fall passierte vor knapp zwei Wochen. Damals hatten unbekannte Täter versucht, mit sogenannten Polenböllern an der Lottoannahmestelle von Hildegard Lorkowski an der Gelderstraße ein Loch in die Eingangstür zu sprengen. Lorkowski fand am Morgen nach der Tat Überreste von Knallkörpern vor der Tür. Diese hielt der Sprengung zwar stand, war aber stark verkohlt.

Und: Im unteren Teil der Tür aus Aluminium entstand ein Loch, der Briefkasten wurde abgerissen und weggeschleudert. Das war aber nicht alles. „Im Geschäft sind durch die Druckwelle Ständer und andere Dinge umgefallen“, so Lorkowski.

Waren es wirklich Polenböller oder explodierte ein Gasgemisch?

Auch im Bereich Annaberg kam es zu Vorfällen. Dabei wurde unter anderem ein Briefkasten beschädigt. Glimpflicher, weil ohne Sachschaden, kam Ingo Hecker davon. Er wohnt ebenfalls im Bereich Annaberg und hatte schon mehrfach lautes Knallen im Bereich der Messe Niederrhein gehört.

Polizei Der letzte Vorfall, mit dem er zu tun hatte, war am Montag vor einer Woche. „Das war um 0.22 Uhr. Der Knall war so laut, dass bei uns die Gläser im Schrank gewackelt haben“, erzählte der Berufsfeuerwehrmann der Redaktion. „Ich bin dann sofort rausgegangen, habe aber nur noch einen Roller wegfahren hören, aber nichts gesehen.“

Ob es sich wirklich um Knaller handelt? Hecker ist sich da nicht sicher. „Wenn ja, war es kein normaler Knaller. Dafür war das viel zu laut. Und ich habe auch mehrfach, nachdem ich so etwas gehört habe, in der Umgebung gesucht, aber keine Überreste gefunden. Ich gehe eher von einem Gasgemisch aus, das gezündet wurde.“

Was ihn besonders ärgert, ist das Erschrecken, das mit so etwas ausgelöst wird. „Die Familie wird wach, meine Kinder haben Angst, die Tiere sind unruhig. Ich vermute, dass jemand in der Innenstadt und in den Außenbezirken herumfährt und die Leute auf Trab halten will.“ Er hat schon überlegt, die Polizei anzurufen. „Aber was soll die bei so etwas machen?“

Polizei rät, sofort die 110 zu rufen

Pyrotechnik Genau das wäre die richtige Reaktion gewesen, sagt Andrea Margraf, Sprecherin der Polizei im Kreis Wesel. „Grundsätzlich sollten wir über solche Vorfälle Bescheid wissen, also unbedingt melden! Wenn man etwas hört, sollte man sofort die 110 anrufen. Dann können wir einen Streifenwagen rausschicken und sehen, was da los war.“

Im Nachhinein tätig werden könne die Polizei aber nur, wenn sie auch Zeugenaussagen hätte. „Solange wir die nicht haben, können wir nichts dazu sagen.“ Wenn diese Vorfälle am Anfang des Jahres passiert wären, hätte sie auf verspätete Silvesterknallerei getippt. „Aber jetzt kommt das natürlich nicht mehr in Betracht“, so Margraf.