Böllergruppe Borth – mehr als einfach nur knallen!

Die Böllergruppe der St.-Evermarus-Schützenbruderschaft Borth 1734 beim Silvesterböllern 2013 auf der Schützenwiese in Borth
Die Böllergruppe der St.-Evermarus-Schützenbruderschaft Borth 1734 beim Silvesterböllern 2013 auf der Schützenwiese in Borth
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Sechs Mitglieder der St.-Evermarus-Schützenbruderschaft Borth 1724 widmen sich ihrem Hobby Salutschüsse – dem Böllern der etwas anderen Art.

Rheinberg..  Eins vorweg: Es gibt Böller und Böller. Das, was seit Montag wieder im Vorfeld des heutigen Silvesterabends an vielen Stellen frei gekauft werden kann, hat allerdings nur in einer einzigen Beziehung mit dem zu tun, was Manfred Beuth, Thomas Brendgen, Ronald Hoffmann, Herbert Hollax, Hermann Hücklekemkes und Mark Meyer unter Böller verstehen – es erzeugt einen Knall. Aber während viele Menschen einfach nur so vor sich hinböllern und dabei zuweilen auch schon einmal unverantwortlich mit den Knallkörpern umgehen, ist das, was Beuth und seine Freunde machen, ein ernsthaftes und mit Umsicht ausgeübtes Hobby.

Jeder der sechs aus der Böllergruppe der St.-Evermarus-Schützenbruderschaft Borth 1724 hat eine umgangreiche Ausbildung hinter sich. Denn: „Wir unterliegen dem Sprengstoffgesetz“, erzählt Hücklekemkes. Wer böllern, also richtig böllern will, der muss Bescheid wissen über den Umgang mit Schwarzpulver, Zündhütchen, Feuerlöscher, Ohrstöpseln, Gehörschutz, sicherer Lagerung – und natürlich auch über das sichere Böllern. Etwa 500 Euro kosten der Lehrgang und die anschließende Prüfung.

Aber das ist gewissermaßen nur die Eintrittskarte für das richtige Böllern. Natürlich braucht man auch die richtige Ausrüstung. Der am häufigsten verwendete Böller ist ein sogenannter Handböller und kostet ab etwa 650 Euro aufwärts. Dabei ist solch ein Böller nicht etwa ein Knallkörper, sondern „ein Schallgerät“, erklärt Hücklekemkes. In dieses Schallgerät wird Schwarzpulver eingefüllt und festgestopft. Dabei werden Holzgeräte verwendet. Wenn man einen Metallhammer und eine Metallstange dazu benutzt, gibt es womöglich einen Funken, der das Schwarzpulver, etwa 20 Gramm bei einem Handböller, zur Explosion bringen könnte. Das ist zwar das Ziel beim Böllern, aber kontrolliert und erst später – nicht bereits beim Stopfen!

20 Gramm Schwarzpulver: Damit muss man umgehen können. „Der Handböller muss schräg nach oben in die Luft gehalten werden, man muss ihn locker halten, sonst sitzt man nachher auf dem Hintern, man darf den Böller auf keinen Fall mit gestrecktem Arm halten“, warnt Hücklekemkes. Denn diese Menge Schwarzpulver erzeugt einen gewaltigen Rückschlag. Zum Vergleich – in einem Chinaböller, also schon einem gewaltigen Kracher beim üblichen Silvesterknallen, steckt etwa ein Gramm Schwarzpulver drin. Und dabei rumst es schon gewaltig!