Bevor der Staat die Kohle klaut...

Millingen Helau!
Millingen Helau!
Was wir bereits wissen
...genießen die Millinger ihren Nelkensamstagszug. Bei der 12. Auflage sonnten sich die Narren sogar in Liegestühlen am Straßenrand. Und am Abend gab’s einen zünftigen Abaschluss in der Turnhalle

Rheinberg-Millingen..  Straßenkarneval kann so schön sein, sofern das Wetter mitspielt. Wie viel es ausmacht, wenn die Jecken die Sonne auf ihrer Seite haben, erlebten die Besucher des Nelkensamstagszuges in Millingen. Die Wetterverhältnisse ließen sich wohl am besten mit dem Wort „bombastisch“ beschreiben. Angenehme Temperaturen, trockene Luft und eine Sonne, die Frühlingsgefühle verursachte. Ab-solut großartig für den Elferrat der St. Ulrich Schützenbruderschaft, die den Zug nun schon zum zwölf-ten Mal ausrichtete.

Vier Wagen, viele Fußgruppen

Entlang der Millinger Hauptstraße veranstalteten die Menschen kleine Minipartys mit eigener Musik, saßen auf Liegestühlen in der Sonne und tranken kühles Bier und süße Liköre. „Es ist sehr familiär und auch kleine Kinder können gefahrlos ihre Tüten voll machen“, sagte Thomas Coenen, Pressesprecher der St. Ulrich Schützenbruderschaft.

Die Stimmung auf den Umzugswagen war ebenfalls spitze. Gemütlich tuckerten die vier großen Wagen durch die Straßen. Begleitet wurden sie verschiedenen Fußgruppen, wie die der Millinger Sahneschnittchen. Am aufwendigsten war mit Abstand der Wagen der „Landeier“, die von riesigen „Minion“-Figuren, bekannt aus dem Film „Ich einfach unverbesserlich“, umzingelt waren. Das auffälligste Motto zierte den Wagen des Kegelclubs „Lucky 9’ers“. „Bevor der Staat die Kohle klaut, wird diese Hütte schwatt gebaut!“ Na und wie sah da wohl die Verkleidungen der jungen Leute aus? Na klar, Helme, Hämmer und Blaumänner, Bauarbeiter eben. Bereits zum vierten Mal sind die Jungs und Mädels beim Millinger Straßenkarneval mit von der Partie. „Der Grundaufbau ist immer derselbe, aber wir engagieren jedes Jahr Graffitisprayer, die den Wagen komplett umgestalten“, erklärte Tobias Davids, der für die musikalische Unterhaltung auf dem Wagen zuständig war. Für ihn persönlich ist das Highlight des Tages der Soundcheck, den er durchführt, wenn der Wagen zum Sportplatz, dem Startpunkt des Umzuges, gezogen wird.

„Einfach ein super Freundeskreis, wir haben hier einen tollen Zusammenhalt und es macht tierisch viel Spaß auf dem Wagen mitzufahren“, sagte Carolin Hübscher, die zum Freundeskreis der Kegeljungs ge-hört. Insgesamt fuhren 35 Narren auf dem Wagen der „Lucky 9’ers“ mit. Mit dabei waren Schützenköni-gin Anke Wolf und Schützenkönig Hendrik Ingenillem. In Millingen sind Schützenfest und Karneval eng miteinander verbunden. Auch bei dem Umzug in Veen ist die Bauar-beitertruppe vertreten.

Gesangseinlage des Prinzenpaares

Um 15.11 Uhr startete der Umzug vom Sportplatz an der Jahnstraße durch ganz Millingen. Nach rund zwei Stunden endete er an der Millinger Grundschule. Zwischendurch gab es immer mal wieder einen Stopp, zum Beispiel für eine Gesangseinlage des Prinzenpaares.

Die Millinger Karnevalisten freuen sich in diesem Jahr besonders darüber, dass sie als einzige Rheinberger Ortschaft ein Prinzenpaar stellen. Mario Heinen, alias „Der Kletternde“, und seine Frau Petra, auch bekannt als „Die Aktive“, besetzen zurzeit den Thron. „Die ersten Wochen waren wirklich schön, wir haben tolle Tage erlebt“, erzählte der Prinz. „Den Abschluss genießen wir jetzt nochmal richtig“, ergänzte Prinzessin Petra Heinen.

Nach dem Umzug erwartete die Millinger auch in diesem Jahr die Nelkensamstagsparty des Elferrates in der Turnhalle Millingen. Dort konnte dann zum Abend hin so richtig abgefeiert werden. Die „Lucky 9’ers“ und ihre vielen Freunde durften natürlich auch dort nicht fehlen.