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Besonderer Glanz

01.01.2008 | 18:30 Uhr

KONZERT. Mit der "Petite Messe Solennelle" von Gioacchino Rossini bot der Verein zur Erhaltung des Xantener Domes zum Jahreswechsel ein außergewöhnliches Wechselspiel von Ton und Licht.

XANTEN. Es ist der besondere Moment wenn in einem Konzert alles stimmt, der Tenor eine Arie singt und das Publikum am Ende am liebsten die Arme hoch in die Luft reckt und mit begeistertem Applaus danken möchte. Der Verein zur Erhaltung des Xantener Domes veranstaltete anlässlich des Jahreswechsels ein solches Konzert, die "Petite Messe Solennelle" von Gioacchino Rossini.

Der Funke sprang über

Bis auf den letzten Platz besetzt war der St. Viktor Dom. Und denen, die gekommen waren, wurde auch fürs Auge Besonderes geboten: Erstmals entschieden sich die Veranstalter für eine Lichtinstallation, realisiert durch Thorsten Krämer von der Veranstaltungstechnik Höhnerbach Duisburg. Mit geräuschlosen LED-Strahlern rückte er das Innere des Doms in ein gänzlich neues Licht.

Der Funke für das besondere Feuer, mit dem Rossini einst seine Petite Messe bedacht hat, sprang schon nach kürzester Zeit über. Die Sänger der Freien Kantorei Duisburg unter der Leitung von Bernhard Quast stimmten das Kyrie an - und der Dom leuchtete nur kurze Zeit später in rotgoldenem Glanz. Jeder Pfeiler, jedes Stuckornament und das Deckengewölbe zeigten sich so gänzlich neu. Die Farben wechselten von Eisgrau über Goldgelb bis hin zu Rot- und Violetttönen. Die verschiedenen Farbstrahler verzauberten die Abschnitte des Mittelschiffs und der Seitenschiffe.

Die höchst anspruchsvolle Interpretation der Rossini Messe trug das Ihre zu einer spannenden Symbiose aus Musik, Gesang und Licht bei, wie sie der Dom bisher nicht erlebt hat. Im Publikum machte sich eine besondere Spannung breit, die sich erst nach dem Schlussapplaus lösen sollte.

Marcus Strümpe begleitete am Harmonium, Michael Zischang am Piano die Solisten Elisabeth Esch (Sopran) Waltraud Heinrich (Alt), Mario Trelles Diaz (Tenor) und Thilo Dahmann (Bass). Sie gaben der Aufführung einen besonderen Glanz und ließen oftmals heraushören, dass Rossinis eigentliche Liebe die Oper war. Wenn auch die Petite Messe ehemals Auftragskomposition für die Weihe einer Privatkapelle war, ließ Rossini in dem christlichen Werk in manchen Passagen den besonderen Charme der italienischen Oper einfließen. Für das Publikum ergab sich nicht nur ein reizvoller Hörgenuss, sondern auch eine Augenweide besonderer Art am Silvesterabend.

HEIKE TOBIES

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