Ben Poole begeisterte im Schwarzen Adler in Rheinberg

Ben Poole trat bereits zum dritten Mal im Schwarzen Adler auf. Auch bei diesem Konzert begeisterte er die Zuhörer, die er ganz nah an sich heranließ.
Ben Poole trat bereits zum dritten Mal im Schwarzen Adler auf. Auch bei diesem Konzert begeisterte er die Zuhörer, die er ganz nah an sich heranließ.
Was wir bereits wissen
Der britische Gitarrist Ben Poole überzeugte bei seinem brillanten Auftritt im Vierbaumer „Adler“ mit starken Kompositionen, einer tollen Band und großem Spiel.

Rheinberg-Vierbaum..  Der Inhaber des „Schwarzen Adler“, Ernst Barten, dürfte sich innerlich noch heute dafür auf die Schulter klopfen, als er vor drei Jahren ein paar Youtube-Aufnahmen zum Anlass nahm, einen noch relativ unbekannten Gitarristen aus England einfach mal auf seine Konzertbühne zu holen.

2013 waren es gerade mal um die 60 Gäste, die diesen Ben Poole im Adler sehen wollten – um im Gegenzug ein phänomenales Konzert eines damals 26-jährigen jungen Mannes zu erleben. Der zog danach hinaus, um als „Zukunft des Bluesrock im 21. Jahrhundert“ die Musikwelt mit seiner Kunst zu bereichern.

Es folgten mehrere Tourneen, ein „Adler“-Konzert ein Jahr später und ein Auftritt in der „Royal Albert Hall“ inklusive Live-Mitschnitt – Erfahrungen, die der 29-jährige Musiker im Rahmen seiner Europa-Tour nun in seine dritte Performance auf der „Adler“-Bühne vor vollem Haus mit einbringen konnte.

Von der brennenden, geradezu außergewöhnlichen Intensität seines Spiels hat dieser junge Mann, der schon mit Legenden wie John Mayall oder Gary Moore performte, daneben noch „ein richtiger Frauen-Hingucker“, so ein Zuhörer, ist und über eine rauchige, ausdrucksstarke Stimme verfügt, nichts verloren.

Dazu kommen noch Songs, die ein gutes Stück an Format und Klasse gewonnen haben. Und eine starke Bandbegleitung mit Craig Bacon (Schlagzeug), Mat Beable (Bass) und Stevie Watts (Keyboard), die mit ihm in dieser Konstellation erst das dritte Mal gemeinsam auf der Bühne standen. Was man der Frische, Urbanität und Natürlichkeit des Sounds und der sichtbaren Spielfreude der Musiker anmerken durfte.

Angefangen mit dem griffigen pop-rockigen Einsteiger „Let’s go upstairs“ von der gleichnamigen CD, reichte seine Palette vom stampfenden Rhythm-&-Blues-Sound bei „I’m gonna win over you“, über das melodiös-starke „Love nobody no more“ hin bis zum Freddie-King-Adaption „Have you ever loved a woman“ – ein krachend-knackiger Brecher, bei dem Keyboader Watts und Ben Poole mit geradezu elektrisierender Intensität solistisch brillierten.

„Stay at mine“ geriet zum temporeichen Rock’n’Roller, der dann in Jimi Hendrix’ „Hey Joe“ überging, ein Gitarren-Monster-Feuerwerk, bei dem Poole so leise-intensiv mit Band spielte, als könne man eine Stecknadel fallen hören, um dann voller Feuer aufzudrehen.

Danach gönnte Poole dem Publikum erst eine Pause – und dann einen zweiten Konzertteil. Zur Abwechslung gab’s mit „They were the times“ eine relaxt-coole Soundvariante, „Staring all over again“ war purer Pop-Rock. Eine tolle, sehnsuchtsvolle Songmelodie dominierte bei „I don’t wanna do this anymore“, der zuckende Fuß beim flüssig-flockigen Otis-Redding-Klassiker „Mr. Pitiful“.

Das Meisterstück lieferte er in Gedenken an sein Idol Gary Moore mit dem Zehn-Minuten-Song „Time might never come“ als Aussteiger, kam dann zur Zugabe gerne noch einmal zurück, um seine akustischen Filigrankünste bei Rory Gallaghers „As the crow flies“ zu zeigen. Und bei seinem Song „Hanging in the balance“ marschierte er jammend durch das Publikum.

Eine „improvisierte“ Version von Stevie Wonders „I don’t know why I love you“ bildete den Abschluss eines starken Zweieinhalbstunden-Konzerts. Im kommenden Jahr will Poole wiederkommen – zur Freude des Publikums, dass die Entwicklung dieses begnadeten Talents dann wohl von Jahr zu Jahr am Niederrhein weiter mit verfolgen darf.