Begeisternde Perle vom Niederrhein in Sonsbeck-Hamb

Anja Wübbenhorst überzeugte wieder einmal bei der Büttensitzung der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Hamb als „Die Perle vom Niederrhein“.
Anja Wübbenhorst überzeugte wieder einmal bei der Büttensitzung der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Hamb als „Die Perle vom Niederrhein“.
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
Der Karneval in Hamb gehört zu den Authentischsten in der Region. Die St.-Antonius-Schützenbruderschaft ist stolz darauf, dass ihre Büttensitzung gut besucht war.

Sonsbeck-Hamb..  Lockern wir die Stimmung am Anfang dieses Textes doch erst einmal mit einem Witz auf. „Zwei Äpfel sitzen auf einem Baum. Kommt eine Birne vorbei geflogen. Sagt der eine Apfel: ‚He, Birnen können doch gar nicht fliegen!‘ Darauf die Birne: ‚Doch, denn ich bin Birnemaja.‘“ Ja, solche Scherze, wie sie „Die Putzfrau“ Dirk Maibaum am Samstagabend gerissen hatte, müssen nicht immer genial sein, um gute Stimmung zu erzeugen. Ein echter Karnevalist lacht schließlich am meisten über sich selbst.

Bei einer Büttensitzung geht es in erster Linie um Spaß und der darf mit jedem Mittel verbreitet werden. Der Karneval in Hamb ist nicht der größte der Umgebung und für Außenstehende vermutlich auch nicht der Beste, dennoch gehört er zu den Authentischsten seiner Art. Jung und Alt sitzen hier gemeinsam zusammen, lachen und schwätzen zu den Auftritten ihrer Nachbarn und Freunde.

In diesem Jahr gab es zum ersten Mal keine eigene Büttensitzung in Sonsbeck, weshalb die Party in Hamb besonders gut besucht war. „Da sind wir als kleine Gemeinde natürlich stolz drauf“, berichtete Gabriel Neul, Vorsitzender der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Hamb, die den Karneval nun schon zum 21. Mal ausrichtete. Rund 120 Menschen fanden an diesem Abend in der Begegnungsstätte Hubertus-haus Platz.

Eine kleine Breitseitefür die Dorfbekannten

Wie es bei Büttenreden üblich ist, bekamen viele bekannte Gesichter aus dem Dorf eine kleine Breitseite verpasst. „Das ist das Schöne, dass hier nur die Leute aus der Gemeinde durch den Kakao gezogen werden.“, erklärte Gabriel Neul. Zusammen mit sechs weiteren Männern zeigte der erste Vorsitzende am Ende des Programmes einen schottischen Tanz. Dabei wurden sie von einem echten Dudelsackspieler begleitet.

Schon seit zwei Jahren insblaue Kostüm geschlüpft

Trainiert wurden die Männer für ihren Auftritt zuvor von Anja Wübbenhorst, alias „Die Perle vom Niederrhein“. Seit zwei Jahren schlüpft Anja Wübbenhorst in das türkis-blaue Kostüm, präsentiert sich als Diva („Wo sind die Blumen?“) und lässt für den Hamber Karneval ein paar zotige Witze los. Mit „Sie haben schon ganz schön Haare gelassen, was?“ ließ sie auf dem Weg zur Bühne noch kurz einen bösen Kommentar sausen. So ist sie „dat Lisbeth“, eben „The Limited Edition vom Niederrhein“.

Wie schon bei den anderen Reden wurde nach jedem Witz, Scherz, Gag oder sonstigem herausstechenden Kommentar ein „Dödödödödö“ eingespielt. „Was Sie nicht sagen sollten, wenn ihre Frau entbindet: ‚Du brauchst keine Betäubung, entspann dich und genieße den Augenblick.‘“

Auch fürs Auge wurde den Besuchern an diesem Abend etwas geboten. Verschiedene Mädchengruppen zeigten kurze Tanzeinlagen, zum Beispiel die Rio-Girls und die Videoclip-Dancing-Gruppe des SV Sonsbeck. Altbürgermeister Leo Giesbers las „Aus dem Tagebuch eines Rentners“.

Moderiert wurde das Spektakel von Gabi Maibaum, die die Besucher erfolgreich zu Applaus in steigender Stärke anstachelte oder direkt eine „Rakete“ forderte. „Wir sind Hamber, deshalb ist es sozusagen Pflicht, hier zu sein, ohne geht es nicht“, erzählte Karola Ingenillem, die in einer Truppe aus Punkern und Fußballern saß.

„Alle geben sich sehr viel Mühe und es ist immer schön“, ergänzte ihre Freundin Silke Backhaus. Auch die anderen Gäste waren selbstverständlich verkleidet. Teure Karnevalsuniformen sah man allerdings nirgendwo, eben durch und durch authentisch.