Autobahnmeisterei Rheinberg im Dauereinsatz – mit Hindernissen

Selbst ein Winterdienstfahrzeug der Autobahnmeisterei Rheinberg blieb am Samstag auf der A 57 stecken.
Selbst ein Winterdienstfahrzeug der Autobahnmeisterei Rheinberg blieb am Samstag auf der A 57 stecken.
Foto: Guido Schulmann
Was wir bereits wissen
Von Freitagnacht bis Sonntagmorgen waren die Winterdienstfahrzeuge der Autobahnmeisterei Rheinberg unterwegs. Eins blieb im Stau auf der A 57 stecken.

Rheinberg..  Rund um die Uhr im Einsatz: Diese Beschreibung traf auf die Mitarbeiter und Fahrzeuge der Autobahnmeisterei Rheinberg am Wochenende zu. „Freitagnacht haben wir angefangen und erst am Sonntagmorgen wieder aufgehört“, beschreibt Betriebsleiter Thomas Derrix, was seine Mitarbeiter geleistet haben.

Alle sieben Fahrzeuge waren unterwegs, um mit den Schneemassen und den daraus resultierenden Folgen fertig zu werden. Aber der Einsatz ging noch am selben Tag weiter, so Derrix am Dienstag im Gespräch mit der NRZ. „In der Nacht von Sonntag auf Montag waren wir draußen, in der darauffolgenden Nacht auch.“ Von Dienstag auf Mittwoch gab es zumindest Bereitschaftsdienst, aber Donnerstag fällt ja schon wieder Schnee – wenn sich die Wetterprognose bewahrheitet.

Das gehört eben zum Saisongeschäft der Autobahnmeisterei: das Wegräumen, worüber sich andernorts Wintersportfreunde kümmern. Und auch wenn der Einsatz am Wochenende nicht mit dem längsten Stau und einem der vordersten Plätze auf der Skala extremer Arbeit aufwarten kann, zumindest ungewöhnlich war er doch schon: Eins der Winterdienstfahrzeuge blieb nämlich im Stau stecken.

Derrix: „Das war am Rastplatz Kalbeck auf der A 57 kurz hinter Goch in Richtung Köln.“ Als ein unbeladener Lkw auf die Autobahn auffahren wollte, gab er zuviel Gas, der Anhänger stellte sich quer und blockierte die Autobahn von der Mittelleitplanke auf der einen bis zum Bankett auf der anderen Seite. Da geht dann nichts mehr.

Was dann passierte, darüber kann Derrix mit ein paar Tagen Abstand mittlerweile fast schmunzeln. „Die Einsatz- und Rettungsfahrzeuge konnten lange Zeit nicht zum Unfallort fahren, weil keine Rettungsgasse gebildet wurde. Die Autofahrer verhielten sich aber auch noch in anderer Hinsicht unverantwortlich. Einige brachen ein mit einer Eisenkette gesichertes Tor auf, das ausschließlich für Rettungsfahrzeuge den Zugang zur Autobahn abseits der Auffahrten ermöglicht, um so verbotenerweise die Autobahn zu verlassen. Und andere Autofahrer versuchten, die Unfallstelle dadurch zu umgehen, dass sie über die Böschung daran vorbeigefahren sind.“ Einige kamen aus dem Grün nicht heraus.

Fünf Stunden dauerte es insgesamt, bis die Fahrbahn wieder frei war. Erst zwei Stunden nach dem Unfall schafften es die Einsatzfahrzeuge bis nach vorne – dann konnten sie den Verkehr geordnet bis zur Auffahrt Goch zurückfahren lassen.

Was Arne Müller, Leiter der Autobahnmeistereien Rheinberg und Kaarst, gar nicht versteht, ist das Schimpfen der Autofahrer über vermeintlich liegenbleibenden Schnee. „Selbst wenn wir wissen, dass Schnee angesagt ist: Wir können erst räumen, wenn der Schnee auch gefallen ist!“ Geräumt würden alle Spuren einer Autobahn. Wenn man dann mal einen Abschnitt sehe, in dem auf der linken Spur Schnee liege, sei das durch den Luftzug der Autos dorthin gewirbelter Schnee, so Müller. Sein Traum: „Nach dem Streuen möglichst viel Verkehr – dann verteilt sich das Salz nämlich schön gleichmäßig!“