Augen auf im Straßenverkehr – Rücksicht auf Schulkinder

Sicherer Schulweg
Sicherer Schulweg
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Am Donnerstag jährt sich der Kindersicherheitstag zum 15. Mal. In Rheinberg wird viel getan, damit Schüler ungefährdet zur Schule kommen.

Rheinberg..  1,67 Millionen Kinder verunglücken in Deutschland jährlich. Um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen und in Zukunft Unfälle zu verhüten, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ heute vor 15 Jahren den bundesweiten Kindersicherheitstag ins Leben gerufen. In Rheinberg liegt man gut im Trend in punkto Sicherheit. Vor allem im Hinblick auf die Verhütung von Verkehrsunfällen ist die Region gut aufgestellt. Gerade dieser Bereich ist kritisch, denn Transportmittel-Unfälle im Verkehr machen einen Großteil der Todesfälle von Kindern zwischen fünf und 15 Jahren aus.

Deshalb ist es vor allem wichtig, den Weg zur Schule sicherer zu machen. Aktuell liegt die Hauptaufgabe bei den Eltern. „Das Kind sollte den Schulweg selbst bewältigen können“, rät Karoline Becker von der Bundesarbeitsgemeinschaft. Deshalb sollten insbesondere die anstehenden Sommerferien dazu genutzt werden, den Schulweg mit den angehenden i-Dötzchen zu trainieren. „Kinder sind ja auch stolz, wenn sie das selber können“, weiß die Fachfrau. Eltern empfiehlt sie, einen Schulweg zu planen, der durch ruhige Straßen führt, die über eine Ampel, einen Zebra-Streifen oder über eine Verkehrsinsel überquert werden können. „Zebra-Streifen sind jedoch ein bisschen tückisch, sie vermitteln eine falsche Sicherheit“, findet sie. Den Kindern müsste beigebracht werden, zu warten, bis die Autos stehen, um dann über die Straße zu gehen.

Neun Unfälle im Jahre 2014

Wenn die Kids den Weg zur Schule beherrschen, werden sie an kniffligen Wegstrecken zusätzlich unterstützt. „Sechs Schülerlotsen haben wir in Rheinberg“, sagt Frank Meyer, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales, Schule und Sport. Sie stehen in Borth, Ossenberg, an der Fossa-, Anna- und Römerstraße sowie in Budberg. Seit über 40 Jahren arbeitet Rheinberg mit dem Lotsen-System. „Im Schulweg-Bereich sind Unfälle sehr selten“, so Meyer.

Die Zahlen belegen dies. 2012 gab es neun Verkehrsunfälle mit Kindern und 12 Unfälle, bei denen Kinder ohne Einfluss anderer Verkehrsteilnehmer verunglückten. 2013 zählte die Kreispolizeibehörde Wesel zwei Verkehrsunfälle und vier Unfälle ohne Fremdbeteiligung. 2014 waren es neun Unfälle und acht Kinder, die ohne Fremdeinwirkung verunglückten.

Prävention läuft in Rheinberg folgendermaßen ab: „Die Schulen werden zwangsläufig von uns aufgesucht, um den Schülern Verkehrsprävention zu vermitteln“, verrät Pressesprecher Franz-Josef Kuhmann von der Polizei Wesel. Auch das richtige Radfahren gehört dazu. Polizeioberkommissarin Janine van Geldern ist in dieser Woche an der Europaschule im Einsatz: „In der fünften Klasse findet ein Radfahr-Aufbaukurs statt, denn die Unfallzahlen besagen, dass die meisten Radunfälle zwischen zehn und 14 Jahren passieren“, sagt van Geldern. Im Aufbaukurs vertiefen die Kinder ihre Kenntnisse über das Radfahren im Straßenverkehr. „Wir empfehlen, den Schulweg mit dem Rad erst in der weiterführenden Schule zurückzulegen“, rät sie.

Mehr Informationen zur Kindersicherheit und Unfallverhütungen gibt es auf der Webseite www.kindersicherheit.de.