Auf den Spuren von Lord Powell

Die Pfadfinder mussten Aufgaben lösen.
Die Pfadfinder mussten Aufgaben lösen.
Foto: Florie
Was wir bereits wissen
Rund 230 Georgs-Pfadfinder trafen sich zum Aktionstag in Sonsbeck

Sonsbeck..  Nach und nach versammelten sich die Pfadfinder des Bezirks auf dem Abenteuerspielplatz an der Parkstraße. Betreuer „Joschi“ Franz vom Klever Stamm der St-Georg-Pfadfinderschaft holte für seine Kids noch die Rucksäcke aus dem Kofferraum. „Hoffen wir nur, dass das Wetter hält“, schmunzelte der 47-jährige. Die achtjährige Hannah und ihre gleichaltrige Freundin Anna waren schon ganz aufgeregt. „Wir haben so was noch nie gemacht - wir hoffen auf tolle Spiele und einen schönen Tag.“

Holzperle für bestandene Prüfung

Vor der Begrüßung wurden die gut 50 Betreuer vom Sonsbecker Martin Storck und der Weezerin Verena de Best über den Tagesablauf informiert. „Es gibt zwölf Stationen, an denen die Kinder Aufgaben absolvieren müssen. An jeder Station gibt es eine Folie mit Klarsichthülle, wo die Streckenpunkte ausgewiesen sind“, erklärte Verena de Best. Die Betreuer sollten dann die aus allen Bezirken zusammengewürfelten 23 Gruppen bewerten. Dazu gab es eine Tasche mit Karte und Alternativspiele für den Weg – und an jeder Station für jede erfolgreiche Übung eine Holzperle. Die Übungen des alle zwei Jahre stattfindenden Aktionstages des größten deutschen Pfadfinderbezirks befasste sich in diesem Jahr mit einem besonderen Thema, erläuterte der Bezirksvorsitzende Martin Deckers. „Es geht um die Geschichte des Pfadfindergründers Lord Robert Baden Powell im Südafrika des späten 19. Jahrhunderts.“

In dieser Zeit bekämpften sich Briten, Buren und die Zulus, der Soldat soll mit seinem Geschick zusammen mit dem Schottenkrieger John Dunn den Häuptling Dinuzulu auffinden und stellen. „Und auf die Spur von Powell und dieser Zeit schicken wir die Jungpfadfinder und Wölflinge an den Stationen. Positiver Nebeneffekt des Ganzen: „Die Pfadfinder lernen sich untereinander kennen.“ Entsprechend begrüßte Christoph Fromont als schwarzer Schottenkrieger John Dunn die Kinder, die auf dem Spielplatzhügel erwartungsvoll lauschten. „Das ist afrikanisches Tropenwetter und genauso vorgesehen“, tröstete er die 230 Kids über den heftigen Regen hinweg.

Danach wurden die Gruppen eingeteilt - jeder erhielt auf die Hand jeweils einen speziellen Gruppennamen, ob „blauer Delphin“, „blauer Löwe“ oder „roter Pinguin“. Und dann machten sich die Kinder auf den Weg zu den Stationen, die auf den gesamten Ort - das Kastell, den Aussichtsturm, den Friedhof oder den Grootenweg - verteilt waren.

Nahe der Kapelle mussten die Kinder durch ein Art „Spinnennetz“ klettern - jedes einzelne aber durch eine andere Seilöffnung. Am Hammerbruch wartete das „Mattenspiel“ auf die Gruppen. „Ihr müsst ja über den „Fluss“, um den Engländern zu helfen“, erklärte Wölfings-Leiterin Anna Kohlhaas. „Die Stadt ist von Zulus umzingelt.“ Da durften die Kids auf dem „Wasser“ mit den kleinen Matten eine Reihe bilden, immer mit mindestens einem Fuß darauf stehen und dann jeweils nach vorne geben, bis sie am Ziel angelangt waren. „Da muss man sich gut konzentrieren“, sagte Michel von den „Blauen Delphinen“.

Historisch wurde es auch am Grootensweg, wo Jens Becker als „englischer Eisenbahnbauer“ mit entsprechendem Akzent eine „verletzte Zulufrau“ gefunden hatte. Die Kinder sollten sie auf eine Trage heben, die „Blauen Geparden“ hatte die kreative Idee des Tages und trugen sie mit ihren Halstüchern gemeinsam dorthin.

Christoph Fromont konnte an seiner Station am Ritterdeich mit den Kindern entspannt den afrikanischen Siegesgesang der damaligen Krieger einüben. „Das bedeutet, er ist ein Löwe“, übersetzte er den „Roten Giraffen“ den Text, der den Häuptling des Stammes ehren sollte. Später sangen die Gruppen das Lied am Abenteuerspielplatz, wo sie den abwechslungsreichen Tag mit einem Grillabend ausklingen ließen.