Auf dem Lindenplatz wird’s eng

Der Markt auf dem Lindenplatz ist gut besucht.
Der Markt auf dem Lindenplatz ist gut besucht.
Foto: Fischer, Armin (arfi)
Dank des Standortwechsels zum Lindenplatz und neuer Uhrzeit ist auf dem Markt in Rheinberg neuerdings einiges los. Das gefällt nicht jedem Besucher

Rheinberg..  Seit nunmehr einem Monat ist in Rheinberg nicht mehr dienstagmorgens, sondern immer nachmittags von 14 bis 18 Uhr Markt. Und der ist vom großen Marktplatz hinter dem Alten Rathaus auf den Lindenplatz umgezogen. Die richtige Entscheidung, zieht der Rheinberger Obst- und Gemüsehändler Hans-Gerd Aldenhoff als Sprecher der Markthändler eine erste Bilanz: „Mit so viel positiver Resonanz von Besuchern, aber auch von Seiten der Händler haben wir nicht gerechnet. Wir haben jetzt mehr Kundschaft, mehr Leben, mehr Marktcharakter.“

Aber genau das gefällt nicht jedem Marktbesucher. Ein NRZ-Leser, der namentlich nicht genannt werden möchte, beschwerte sich jetzt über chaotische Zustände auf dem Lindenplatz am vergangenen Dienstag: „Es war sehr eng zwischen den Ständen, als Kunde hatte man Mühe durchzukommen“, berichtet er. Auch ein älterer Mann sei mit seinem Rollator kaum zur Bushaltestelle durchgekommen. Seine Befürchtung: „Die Stadt ist auf dem besten Weg, den Markt kaputt zu machen.“

Egon Ehlscheid, der als Mitarbeiter des Ordnungsamtes seit Jahren den Markt betreut, weist die Vorwürfe zurück: Natürlich, durch den Standortwechsel auf den Lindenplatz sei es enger geworden. „Dass es jetzt etwas wuseliger zugeht, ist gewollt“, betont Ehlscheid. Die gähnende Leere zwischen den wenigen Ständen auf dem großen Marktplatz sei schließlich „nicht länger gewünscht“, gewesen. Das Feedback vieler Kunden sei: „So ist es gemütlicher.“

Auch bei den Händlern komme das neue Konzept gut an, sagt Ehlscheid. Dienstags sei die Zahl von sieben auf zwölf, freitagmorgens von immerhin von acht auf neun Marktstände gestiegen. Ein Grund für den Zuwachs besonders am Dienstagnachmittag liegt für Ehlscheid auf der Hand: Denn nicht alle kommen aus Rheinberg und seien daher häufig morgens auf anderen Märkten in der Region unterwegs. Ein weiterer Vorteil des neuen Standortes: das ebenerdigere Pflaster, findet Ehlscheid. „Da man mit dem Rollator oder Kinderwagen nicht so leicht daran hängen bleiben kann.“

Edeltraut Hackstein, die den Rheinberger Markt als Vorsitzende des Stadtmarketings seit Jahren mit verschiedenen Aktionen bewirbt, verweist auf dessen Bedeutung: „Der Markt ist Mittelpunkt unseres Stadtlebens. Und das schon seit mehr als 500 Jahren.“ Mit dem neuen Konzept wolle man etwas bewegen, für Bürger und Markthändler. „Der Markt am Dienstagmorgen sah mit seinen zwei, drei Ständen einfach öde aus“, findet Edeltraut Hackstein. „Unser Ziel ist es, dass alle zufrieden sind und es auch Synergieeffekte mit dem Einzelhandel gibt.“

Dass es auf dem Lindenplatz zu eng und chaotisch sei, sieht die Stadtmarketing-Vorsitzende nicht als Beschwerde, sondern als Verbesserungsvorschlag: „Wir stehen mit der Umsetzung noch am Anfang und sind für alles offen. Nun muss man schauen, wie man die Situation verbessern kann.“

Ein erster Schritt sei eine Ausdehnung des Standortes, wieder hin zum Großen Markt, wenn der Andrang zu groß werde, räumt Egon Ehlscheid vom Ordnungsamt ein. Und: Auch über eine mögliche Freigabe des nun freien Marktplatzes zum Parken soll bald Thema bei der Stadt sein.

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