Auch schon 25 – die Musik im Glashaus in Rheinberg

Das Rheinberger Salon- & Swingorchester im Glashaus unter Leitung Herbert Mertens (am Mikrofon)
Das Rheinberger Salon- & Swingorchester im Glashaus unter Leitung Herbert Mertens (am Mikrofon)
Foto: Peter Bußmann
Was wir bereits wissen
Das Publikum erlebte im Stadthausinnenhof zwei schöne Stunden.

Rheinberg..  Wer im Glashaus sitzt... Nein, in Rheinberg wird nicht mit Steinen geworfen. Dort verwöhnt die Reihe „Musik im Glashaus“ das geneigte Publikum seit 24 Jahren mit feinster Musik. Auch gestern war das so. Dirigent Herbert Mertens, Erfinder und Initiator der jährlich stattfindenden Konzerte, und sein Salon- & Swingorchester Rheinberg begrüßten unter dem gläsernen Stadthaus-Dach zahlreiche Zuhörer. Auch bei der 25. Ausgabe von „Musik im Glashaus“ lief alles nach Plan, das Publikum erlebte zwei schöne Stunden.

Mertens moderierte charmant

Herbert Mertens führte wieder gewohnt charmant durch den Vormittag. „Einige, die heute hier sind, habe ich auch schon beim ersten Mal und danach jedes Jahr wieder gesehen“, sagte er und dankte für die lange Treue und Verbundenheit. Die Rheinberger, so viel ist sicher, wären sicher nicht immer wieder zum Stadthaus gekommen, wenn Mertens und seine gut aufgelegte Truppe nicht stets für gute Unterhaltung gesorgt hätten.

Das muss auch mal deutlich gesagt werden: Das dienstälteste Rheinberger Orchester hat einen respektablen, soliden Grundklang und versprüht ansteckende Spielfreude. Die rund 20 Musiker und Musikerinnen sind eine Institution. Vielseitig, abwechslungsreich und ausgewogen: So lässt sich das Repertoire umschreiben. Da war Platz für den an solistischen Einwürfen reichen Astor-Piazzolla-Tango „Adios Nonino“, aber auch für ein spanisches „Bésamo mucho“ oder eine Reihe von Filmmusik-Klassiker. Erst James Bond, dann „Star Trek“. Das hätte auch Sean Connery und Mister Spock gefallen.

Besondere Akzente

Besondere Akzente setzten zwei junge Damen, zunächst Melissa Metzner aus Eversael, die als neue Sängerin des Orchesters Premiere feierte. Ulrich Tunnissen, so verriet Herbert Mertens, gönne sich eine Auszeit. Melissa Metzner ist eine Bereicherung, keine Frage.

Unangefochtener Star war gestern allerdings die Gast-Sopranistin Stella-Louise Göke. Sie trat in langem roten Kleid mit schickem schwarzen Überwurf auf. Alles andere rückte hinter ihrer reizenden Stimme in den Hintergrund. Die junge Künstlerin aus Moers sang Melodien aus Operette (wie „Mein Herr Marquis“ aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauss ) und Musical (wie „I feel pretty“ aus „West Side Story“ von Leonard Bernstein). Entzückend. Herbert Mertens hatte anfangs angekündigt: „Sie werden das Gefühl haben, sie hätte schon immer bei uns gesungen.“ Er sollte recht behalten. Das Publikum bedankte sich auf seine Weise: mit tosendem Applaus und dem Wunsch nach einer 26. Ausgabe der „Musik im Glashaus“ mit Salon- und Swingmusik.