Auch in Alpen macht der Wald Arbeit

Fleißig, fleißig bei der Aufräumaktion in Alpen: Franz-Josef Bühren entsorgte mit einem Bagger der Firma Jansen einen scheinbar tonnenschweren Betondeckel, der sich aber als alte Tiertränke entpuppte.
Fleißig, fleißig bei der Aufräumaktion in Alpen: Franz-Josef Bühren entsorgte mit einem Bagger der Firma Jansen einen scheinbar tonnenschweren Betondeckel, der sich aber als alte Tiertränke entpuppte.
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
Die Junggesellen-Schützen wissen das: Immer am Karsamstag, treffen sich die Vereinsmitglieder zu einer gemeinsamen Aufräumaktion.

Alpen..  Wer denkt, ein Stückchen Wald würde keine Arbeit mit sich bringen, der irrt sich. Es ist wie mit allen Grundstücken, die im öffentlichen Raum liegen und von allen Bürgern mitgenutzt werden. Unter den zahlreichen Spaziergängern finden sich immer ein paar schwarze Schafe. Diese anonymen Umweltsünder zerstören den natürlichen Anblick des Waldes, in dem sie Müll in der Landschaft verteilen. Abfall, den Menschen, denen die Erscheinung ihrer Ortschaft mehr am Herzen liegt, aufsammeln und entsorgen müssen. Mit dieser Prozedere haben auch die Junggesellen-Schützen aus Alpen ihre Erfahrung. Einmal im Jahr, immer am Karsamstag, treffen sich die Vereinsmänner zu einer gemeinsamen Aufräumaktion und säubern ihr Grundstück, am Ortseingang von Alpen, neben dem Netto-Markt. „Wenn man in den Ort reinfährt, soll es ein schöner Anblick sein“, sagte der Geschäftsführer Rolf Bockstegers.

In diesem Jahr stand neben der reinen Müllsammelaktion noch einiges mehr auf dem Programm. Rund 25 Schützen räumten an diesen Tag das gesamte Wald und Wiesenstück auf. Es wurden mehrere Haufen mit Totholz aufgeschichtet, welches auf dem Waldboden verteilt war oder zu einer Gefahr für Passanten werden könnte. Diese Vorsorge wird regel-mäßig betrieben und vom dem pensioniertem Förster Walter Matenaar begleitet. Denn das ist das zweite Problem, das der Besitz eines solchen Waldgebietes mit sich bringt: Der Eigentümer, in diesem Fall der Schützenverein, muss dafür sorgen, dass die Bäume keine Gefahr für Spaziergänger darstellen. „Mit einem Schild, von wegen Privatweg, ist es noch nicht getan“, erklärte Rolf Bockstegers.

Schnell einen Durchgangsweg angelegt

Hinter diesem Waldstück, dem „Eickenbongert“, befindet sich die Straße „An der Vorburg“. Es ist nur verständlich, dass die Anwohner das kleine Wäldchen passieren, wenn sie im naheliegenden Discounter einkaufen möchten. Damit die Anwohner bei Regen nicht mehr durch einen matschigen Morast stapfen müssen, legte der Schützenverein am Samstag noch einen Durchgangsweg an. Hierzu wurden 16 Tonnen Schotter angeliefert und mit Hilfe eines kleinen Baggers entlang der Strecke verteilt. Mit Schaufeln und Haken ging es dann für die Schützen daran den Weg zu ebnen.

Insgesamt war Rolf Bockstegers mit der diesjährigen Aktion zufrieden. An diesem Vormittag stimmte das Wetter, die Schützenmänner waren tatkräftig bei der Sache und auch der Müllberg war überschaubar. „Wir haben hier schon weitaus schlimmere Jahre erlebt“, erzählte Bockstegers. Nur der Fund eines scheinbar tonnenschweren Betondeckels, sorgte, für kurze Zeit, für Ratlosigkeit. Bei genauerer Betrachtung entpuppte sich dieser aber als alte Tiertränke aus Glasfaser und konnte kurzerhand von Franz-Josef Bühren mit dem Bagger entsorgt werden.

Im Herbst ist dann noch eine Pflanzaktion geplant, die vom Forstamt unterstützt wird. Hainbuchen und kleine Sträucher sollen in Zukunft die Lücken zwischen den alten Eichen füllen, die durch eine notwendige Rodung in der Vergangenheit entstanden sind. Die vielen Baumstümpfe erinnerten an die einst so zahlreichen Bäume.

Bier und Pizzaredlich verdient

Nach getaner Arbeit konnten sich die Männer auf ein kühles Bier und eine Pizza freuen und aus dem gesammelten Holz wurde am Abend ein kleines Osterfeuer errichtet. Dass hatten sie sich wirklich verdient.