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Amazon soll Mitarbeiter in Rheinberg zu Sieben-Tage-Woche drängen

28.11.2011 | 19:07 Uhr
Amazon soll Mitarbeiter in Rheinberg zu Sieben-Tage-Woche drängen
Ende September erst hatte der Internet-Versandhändler Amazon sein Lager in Rheinberg eröffnet. In dieser Zeit hat das Unternehmen bereits zweimal Negativ-Schlagzeilen geschrieben. Foto: Gisela Weißkopf

Rheinberg.   Wieder Negativ-Schlagzeilen vom Versandhändler Amazon. Am Montag demonstrierten rund 20 Mitarbeiter gegen die Arbeitsbedingungen im neuen Lager in Rheinberg. Die Firma würde das Personal unter Androhung der Kündigung dazu nötigen, in der Vorweihnachtszeit sieben Tage die Woche zu arbeiten.

Rund 20 Mitarbeiter des Internet-Versandhauses Amazon haben am Montag vor dem Versandlager in Rheinberg gegen ihre Arbeitsbedingungen demonstriert. Der Vorwurf: Bei Amazon würden die Mitarbeiter unter Androhung der Kündigung dazu genötigt, in der Vorweihnachtszeit sieben Tage die Woche zu arbeiten.

Bei Krankheit sei trotz AU-Bescheinigung vom Arzt in mehreren Fällen die Kündigung erfolgt. Amazon würde die mit einem befristeten Arbeitsvertrag beschäftigten Arbeitnehmer über die Maßen unter Druck setzen. Danach kann das Angestelltenverhältnis während der ersten drei Monate von einem auf den anderen Tag gekündigt werden.

Mehrere Amazon-Mitarbeiter, die der Redaktion bekannt sind, berichten außerdem, dass ausländische Kollegen wiederholt von Vorgesetzten mit ausländerfeindlichen Bemerkungen beschimpft würden. In der Niederlassung Rheinberg würden türkische Kollegen regelmäßig mit „Du Knoblauch“ angesprochen. Zu den Vorwürfen will das Versandhaus am Dienstag Stellung nehmen. Man habe die kleine Demo gar nicht bemerkt.

Beschäftigungspolitik am Pranger

Amazon-Mitarbeiter hatten sich gegenüber der Redaktion über ihre Arbeitsbedingungen beklagt, nachdem das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ die Beschäftigungspolitik von Amazon an den Pranger gestellt hatte. Danach beschäftige Amazon in seinen fünf deutschen Logistikzentren tausende Erwerbslose als befristete Saisonarbeiter. Zudem lasse das Unternehmen viele von ihnen auf Kosten der Bundesagentur für Arbeit (BA) einarbeiten - obwohl die Betroffenen schon früher dort als Aushilfen tätig waren und die Abläufe kennen.

Dr. Peter Glück, Leiter der Arbeitsagentur Wesel, stellte am Montag dazu fest: „Für den Bereich der Arbeitsagentur Wesel trifft das in keiner Weise zu. Die von der Agentur für Arbeit bezahlten Trainingsmaßnahmen gibt es seit der ersten Oktoberwoche gar nicht mehr.“

Auch nach Angaben der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf gibt es keine Hinweise auf den Missbrauch von geförderten Betriebspraktika durch Amazon. „Wir haben bei unserer Prüfung einen Fall gefunden“, sagte ein Sprecher. „Ich kann ausschließen, dass es sich um tausende Fälle handelt.“

Es könne höchstens ein Versehen sein, wenn ein Arbeitsloser zweimal bei der gleichen Firma ein Betriebspraktikum mache.

Christoph Girschik

Kommentare
02.12.2011
17:45
Amazon soll Mitarbeiter in Rheinberg zu Sieben-Tage-Woche drängen
von hiro101 | #42

Tja ... alle haben irgendwo schon Recht .... NUR:
1. Tage am Stück arbeiten oder gar 14 Tage ist UNGESETZLICH in Deutschland! Das gilt auch für...
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Amazon soll Mitarbeiter in Rheinberg zu Sieben-Tage-Woche drängen
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-rheinberg-xanten-alpen-und-sonsbeck/amazon-soll-mitarbeiter-in-rheinberg-zu-sieben-tage-woche-draengen-id6117000.html
2011-11-28 19:07
Amazon,Versandhandel,Arbeitsbedingungen,Rheinberg,Arbeitskräfte
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