Am Ufer findet sich viel Müll

Stephan Rothkegel sammelt Müll.
Stephan Rothkegel sammelt Müll.
Foto: Hübinger
Was wir bereits wissen
Heimatverein Wardt lud wieder zur Dorfsäuberungsaktion rund um die Südsee ein

Xanten-Wardt..  Die Xantener Südsee ist ein Ort der Erholung. Ein Ort, der sich hervorragend für Spaziergänge bei schönem Wetter anbietet, für eine nette Fahrradtour oder für eine Bootsfahrt. Doch der See ist nicht nur für Sonntagstouristen interessant, sondern auch für Jugendliche, die an lauen Sommerabenden am Ufer relaxen können oder für frischverliebte Paare, die über das Wasser blicken und in die Sterne schauen möchten. Und auch wenn es verboten ist, bieten sich die Ufer zum Baden an.

Egal, wer alles Zeit an der Xantener Südsee verbringt und egal, aus welchem Grund die Menschen dort sind: Solange niemand Spuren hinterlässt, sind alle zufrieden. Aber leider gibt es immer ein paar „schwarze Schafe“, die es mit der Sauberkeit nicht so genau nehmen. Einer vergisst eine Bierflasche, der nächste eine Chipstüte, der über-nächste einen Plastikteller und so weiter. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem der Müll die Schönheit des Ufers verdrängt.

Dies mussten auch Stephan und Melanie Rothkegel feststellen, die sich bei der diesjährigen Dorfsäuberungsaktion im Xantener Ortsteil Wardt beteiligten. „Das Dorf selbst ist ja schön sauber, wir reinigen die Randgebiete“, erklärte Melanie Rothkegel. Das Pärchen gehörte zu einer rund 15 Personen starken Gruppe, die sich am Samstagmorgen am Wardter Spielplatz traf und von dort aus, zu Zweit oder zu Dritt ausschwärmte.

Stöhnen auf hohem Niveau

Die Aktion wurde vom Heimatverein Wardt in die Wege geleitet. „Man stöhnt auf hohem Niveau“, sagte Melanie Rothkegel. Im Schlepptau hatte sie ihren Hund „Youngchin“, einen tibetanischen Tempelhund. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Paar ungefähr einen halben Müllsack, mit allerlei „Kleinkram“, gefüllt. „Interessant finde ich, dass die Leute Pfandflaschen wegschmeißen“, berichtete Stephan Rothkegel. Nach einiger Zeit trennten sich die Beiden, weil sich Stephan Rothkegel ein halbverstecktes Ufer einmal genauer ansehen wollte, während seine Frau ihren Weg zurück zum Treffpunkt, zur Dorfkirche, fortsetzte.

Nach näherer Betrachtung musste Stephan Rothkegel feststellen, dass das ganze Ufer mit Abfall übersät war. Bis in die umliegenden Büsche fanden sich Flaschen, Plastikverpackungen, Zigarettenschachteln, Taschentücher und noch vieles mehr, was nicht dorthin gehörte. „Da war das andere ja noch Peanuts gegen“, stellte der Wardter fest. Mit der Arbeitskraft eines Mannes war es an diesem Ort nicht getan. „Hier müssen noch mal gezielt mehrere rein“, sagte er. „Ich habe nur einen Sack mit und ich habe nicht erwartet, dass es so extrem ist.“ Dennoch fischte Stephan Rothkegel den gröbsten Müll aus den Büschen, ehe er sich auf den Rückweg machte. Zum Glück war das Wetter am Samstag bestens und die Temperaturen angenehm. So wurde die Dorfreinigungsaktion zu keiner Tortur.

Wer das nächste Mal an einem See badet, der sollte sich eins bewusst machen: Niemand stört sich daran, wenn ein paar Leute in einem See schwimmen, solange sie keinen Müll hinterlassen. Viele Verbote, gerade auf privaten Grundstücken, sind nur das Resultat von Umweltverschmutzung. Über Müll in der Natur freut sich niemand – je eher Umweltsünder das begreifen und auch mal an die anderen Menschen denken, desto besser.