Altpapier – große Kartons müssen von Hand in den Wagen gehoben werden

Das ist eindeutig zu viel Altpapier neben der Tonne.
Das ist eindeutig zu viel Altpapier neben der Tonne.
Foto: DLB
Was wir bereits wissen
Das Kreuz mit dem Altpapier: Sachen neben der Tonne werden mitgenommen, aber nicht in unbegrenzter Menge.

Rheinberg..  Holger Beck ist nicht pingelig. „Es geht nicht um die Tüte mit Papier oder den einzelnen Karton, der neben der Altpapiertonne steht“, sagt der Leiter des Dienstleistungsbetriebs (DLB) der Stadt, der seit dem Jahr 2008 für das Einsammeln des Altpapiers zuständig ist. „Aber manchmal stehen viele richtig große Kartons daneben, die teilweise auch noch gefüllt sind. Einen kleinen Karton stellen wir einfach mit auf die Tonne drauf, aber ein großer muss von Hand über die etwa 170 Zentimeter hohe Ladekante in das Fahrzeug gebracht werden.“

Das koste Zeit, bedürfe teilweise auch zwei anpackender Menschen. „Solche Massen kriegt man nicht so ohne weiteres bewegt.“ Zum Teil stehe die dreifache Menge dessen, was in die eigentliche Altpapiertonne hineinpasse, noch einmal daneben, so Beck.

Ein anderes Problem gebe es mit den Biotonnen. „Was sich darin befindet, ist teilweise so stark verdichtet, dass selbst nach zwei- oder dreimaligem Kippen der Tonne kein einziger Grashalm herauskommt. Und bei diesem häufigen Kippen kann es schon einmal passieren, dass der Deckel der Tonne oder gleich die ganze Tonne kaputtgehen.“ So ein Behälter koste allein für das Material um die 80 Euro. „Falls mal etwas kaputtgeht, muss das aus der Schüttung herausgeholt werden – und man wenn jede dritte Tonne nur eine Minute länger braucht, passt der Zeitplan nicht mehr.“

Auch mit dem falschen Befüllen der Müllbehälter hat der DLB zu kämpfen. Beck: „Jeder unserer Wagen wird vor dem Abladen fotografiert. Wenn dann in der Biotonne etwas anderes drin ist, wird das ganze Fahrzeug zu einem höheren Preis berechnet.“ Und am Ende zahlen das die Rheinberger über höhere Gebühren.

Holger Beck warb noch einmal um Verständnis wegen der Änderungen, die seit etwa einem Monat beim DLB passiert seien. „Das System läuft noch nicht ganz rund, die Datenbank ist noch nicht ganz komplett.“ Das bekam auch die für den DLB zuständige Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach zu spüren: Ihre Straße ist noch nicht erfasst. „Wir machen diese neuen Aufgaben jetzt in der sechsten Woche“, so Beck. „Und wir hatten nur fünf Wochen Vorlauffrist.“ Aber er stellte in Aussicht, dass „es in ein paar Wochen rund läuft“.

Nach einem Minus von 66 000 Euro im Jahr 2013 gibt es jetzt ein Plus von knapp über 9000 Euro: Mit dem Jahresergebnis 2014 zeigte sich der Betriebsausschuss des DLB zufrieden. Positiv waren die Sparten Straßenbeleuchtung und Winterdienst – der allerdings schnitt mit 26 000 Euro um 40 000 Euro schlechter ab als im Vorjahr. Von Seiten der SPD wurde die „hervorragende Arbeit“ gelobt, und die Tatsache, dass unterm Strich statt des geplanten Verlusts ein positives Ergebnis steht. Das freute die CDU ebenso wie die höhere Eigenkapitalquote.