Alles für die Grundschule
04.11.2009 | 19:33 Uhr 2009-11-04T19:33:00+0100
Xanten. Die Linke will die Konfessionsschulen abschaffen, befürchtet Werner Paessens. Deshalb hat er der FBI Adieu gesagt.
Die katholische Grundschule Marienbaum ist sein Leben. Das hat Werner Paessens oft genug gesagt und durch seinen Einsatz in der Vergangenheit auch bewiesen. Und wegen der Grundschule Marienbaum hat Paessens jetzt angekündigt, die FBI zu verlassen (wir berichteten). „20 Jahre habe ich malocht und geschuftet für die Schule”, drückt sich Paessens wie üblich sehr deutlich aus. „Und das setze ich nicht aufs Spiel.”
Zum Hintergrund: Für die gestrige Ratssitzung haben SPD, FBI, FDP, Grüne und die Linke bekanntlich eine Listenverbindung gebildet. Um bei der Ausschussbesetzung nachhaltig mitreden zu können und um die Hauptsatzung zu ändern. Und mit den Linken, so Paessens, gehe das gar nicht. Der Landesverband der Linkspartei habe angekündigt, die Konfessionsschulen abzuschaffen – für Paessens eine Gefahr für die katholische Grundschule in Marienbaum.
Bald für Schlüsseldienst zuständig?
„Da habe ich die Reißleine gezogen.” Aus der FBI sei er übrigens ohne Groll ausgeschieden, und man werde von ihm auch „kein böses Wort” über seine ehemaligen politischen Weggefährten hören.
Das Abendland in Gefahr?
Hilfe, es sitzt ein Linker im Xantener Rat und das christliche Abendland ist bedroht. Ganz abgesehen davon, dass ganz Schlaue wohl in ihrer Kristallkugel sehen, dass die Linke bei der Landtagswahl in NRW die absolute Mehrheit holt und dann sofort den Konfessionsschulen den Garaus macht. Ja, das Leben kann ganz schön hart sein. Werner Paessens Begründung für seinen Abschied aus der FBI ist mehr als dürftig und wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Zu seinen Gunsten kann man nur annehmen, dass er das, was er da sagt, hoffentlich selbst glaubt. Alles anderen Spekulationen über die Gründe seines Verhaltens wären ehrlich gesagt weniger schön.
Dass es Gerüchte gebe, er werde Hausmeister der Grundschule in Marienbaum, was seinen Austritt in ein anderes Licht rücke, wird von Paessens vehement dementiert. Zum einen gebe es keinen Hausmeister, sondern nur einen Schlüsseldienst. Wenn er diesen Schlüsseldienst übernehme – die Betonung liegt für Paessens ausdrücklich auf dem Wörtchen wenn – dann werde das Geld, das er dafür bekomme, direkt auf das Konto des Fördervereins für die Marienbaumer Grundschule fließen.
Geld ist nicht das Thema
Um ihn gehe es dabei nicht, nur um die Schule. Da müsse niemand etwas zu möglichen Hintergründen seines Austritts konstruieren.
Genau dies gelte im Übrigen auch für unterschwellige Vorwürfe, er sei gegangen, weil ihn SPD, FDP, FBI, Grüne und Linke nicht zum stellvertretenden Bürgermeister hätten machen wollen. Unfug, so Paessens. Die FBI habe jahrelang die Kandidaten aus der SPD mitgetragen.
Angesichts der Sitzverteilung im neuen Xantener Rat sei sein Vorschlag gewesen, den Vizebürgermeisterposten entsprechend zu teilen. 40 Monate Sylvia Guth-Winterink und 20 Monate er selbst. Auch hier sei es ihm nicht um das Geld gegangen, die Aufwandsentschädigungen wären sofort auf das Konto des Fördervereins gewandert. Alles andere sei nicht zutreffend. „Ich bekomme keine müde Mark.”
07:23
Ein Klartext, der den Bürgerinnen und Bürgern, welche sich nicht nur oberflächlich mit der Kommunalpolitik befassen, aus der Seele spricht. Eventuell einen zuverlässigen Schlüsseldienst gefunden zu haben, hat die Mehrheiten am gestrigen Ratsabend zum Glück NICHT beeinflusst.